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11. Tag
Unser Frühstückstisch war heute bereits gegen 7:30 Uhr gedeckt. Nach 8 Übernachtungen in dieser grandiosen Gegend trennte uns von der Abfahrt nur noch die Begleichung unserer Rechnung.
Nach den üblichen „Geht´s-nach-Hause“- oder „Hat-es-ihnen-gefallen“-Geplänkel wurde auch über unser nächstes Reiseziel gesprochen. Und wie Besitzer von Campingplätzen nun mal so sind, vermittelte uns die Chefin gleich einen Campingplatz am Vierwaldstätter See, wo nach einem Anruf sichergestellt war, dass für uns ein Plätzchen bis zum Abend reserviert werden würde.
Wenig später verabschiedeten wir uns von Brienz, quälten unser Gespann abermals über den steilen Brüning-Pass und umrundeten auf der Autobahn, an Luzern vorbei, den Vierwaldstätter See, bis wir schließlich bei Küssnacht abfuhren. Nach einer nur 90minütigen Fahrt erreichten wir die beschauliche Gemeinde Vitznau und damit einen der teuersten Campingplätze all unserer Reisen.
Der
Terrassen-Camping Vitznau
ist, wie der Name schon sagt, terrassenförmig angelegt, wodurch fast jeder
Stellplatz mit einer traumhaften Aussicht auf den Vierwaldstätter See aufwarten
kann. Alle Stellplätze sind großzügig parzelliert und verfügen über Fahrspuren
für Wohnmobile oder Caravan. Selbst an einen beheizten Pool für die Kids wurde
gedacht.
Zweifelsohne ist der Campingplatz ein Ort zum Wohlfühlen, wofür es sich lohnt, insgesamt 34 Euro je Nacht zu bezahlen.
Die Gemeinde Vitznau selbst liegt idyllisch am Fuße des Berges Rigi. Mit seinen 1798 m ist er die höchste Erhebung der Region, wird selbstbewusst „Königin der Berge“ genannt und gilt als beliebtestes Ausflugsziel der Schweiz.
Absolutes Highlight ist eine 25 mal 25 m große
Schweizer Fahne, die bis Ende
August weithin sichtbar an der Felsnase Steigelfad-Dossen über Vitznau prangt.
Zum Schutz vor der Witterung wurde diese 625 m² große, über 600 kg schwere und
15.000 Franken teure Fahne nicht aus Stoff sondern aus 5 Planen gefertigt.
Nachdem Wohnwagen und Sonnendach aufgestellt waren, gönnten wir uns ein Mittagsschläfchen. Vis a Vis dem Panorama schlürften wir danach vor dem Wohnwagen unsere obligatorische Tasse Kaffee, woraufhin wir mit dem Radl Vitznau und Umgebung erkundeten. Bei sonnigen 30 Grad hielt sich unser Elan jedoch in Grenzen, weshalb wir gegen 18 Uhr zum Wohnwagen zurückkehrten und mit unseren Badesachen bewaffnet zu einer nahe gelegenen Badestelle eilten und uns in den Abend hinein ganz der Erfrischung in dem kristallklaren Wasser hingaben.
Den heutigen Tag verschrieben wir ganz der Besichtigung von Luzern. Bereits kurz nach 8 Uhr war der Frühstückstisch gedeckt und keine Stunde später saßen wir bereits im Auto.
Von Westen her über Luzern hereinfallend fuhren wir vorbei am Strandbad Lido und erreichten nur wenige Meter später das Verkehrshaus der Schweiz, wo wir unserer Planung nach den Vormittag zu verbringen gedachten.
Für den Eintritt in das Verkehrshaus wurden stolze 24 Franken/Person (16 Euro) fällig, wobei dieser Preis zusätzlich den Besuch des Planetariums beinhaltete. Normalerweise wird für weitere 8 Franken die Mitfahrt in einem Highflyer angeboten, einem an Seilen gehaltenen Heißluftballon. Bedauerlich blieb der Ballon aber am heutigen und den nachfolgenden Tagen am Boden. Den Grund dafür sollten wir erst später in Erfahrung bringen.
Ferner bekommt man für 32 Franken (21,30 Euro) ausser den Eintritt ins Verkehrshaus und den Besuch des Planetarium noch eine Vorführung im IMAX-Kino dazu, wovon wir aber keinen Gebrauch gemacht haben.
Nach einem ersten Rundgang wurde uns schnell klar, dass nur ein Vormittag für die Besichtigung dieses Museums nicht ausreichen würde. Zu groß ist das Gelände des Verkehrshauses und zu reichlich die Exponate über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Verkehrs und der Mobilität zu Wasser, zu Lande und in der Luft.
Wir
begannen unsere Besichtigung im Eisenbahn-Depot und damit mit der
umfassenden Sammlung zum Schweizer Schienenverkehr von der Spanisch-Brötli-Bahn
bis zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT).
Um 13 Uhr nahmen wir an einer Vorführung im Planetarium teil, in welcher uns sehr beschaulich der Weltraum und die Sternbilder erklärt wurden.
Nach dem Ende der Vorstellung wurden wir in die Halle für Luft- und Raumfahrt entlassen. 30 historische Flugzeuge und Flugapparate sowie mehr als 300 Originalgegenstände bis hin zu einem unbenutzt gebliebenen Original-Fahrgestell der Concorde gilt es hier zu besichtigen. Und wer es sich zutraut, der findet im Flugsimulator seine helle Freude, wo der Flug eines Düsenjägers mit zahlreichen Loopings simuliert wird. Die etwas Bodenständigeren wie wir dürfen sich derweil als Fluglotsen in einem Kontrollzentrum betätigen.
Es ist gar nicht so einfach,
Flugzeuge in die richtige Höhe zu bringen und Kollisionen zu vermeiden. Oft
rutschten wir haarscharf an solchen Unglücken vorbei und waren schon froh, wenn
wir die Flieger „nur“ in die falsche Richtung jagten. Hauptsache sie blieben in
der Luft. Diese Aufgabe war so interessant, dass sie uns prompt 45 Minuten in
ihren Bann zog und wir uns danach auch nur ungern von ihr lösten.

Weitere Fluggeräte sind auf dem Freigelände zu besichtigen. Es mutet schon originell an, dass eine Douglas DC-3 vor einem vielleicht 6stöckigen Wohnhaus geparkt steht, welches direkt an das Gelände des Verkehrshauses angrenzt.
Ebenfalls auf dem Freigelände
findet man den schon Eingangs erwähnten Highflyer. Vor dem Ballon zeugten
zahlreiche Kerzen und niedergelegte Blumengebinde von einem nicht allzu weit
zurückliegenden Unfall. In einem Gespräch mit einem Mitarbeiter brachten wir in
Erfahrung, dass exakt eine Woche zuvor der Heißluftballon während eines Fluges
von einer Windbö erfasst und gegen eine Hauswand geschleudert wurde. Dabei brach
der Fußboden der Gondel, worauf eine 49jährige indische Touristin aus der Gondel
fiel und zu Tode kam. Ihr Ehemann wurde bei dem Unglück schwer verletzt.
Somit dürfte der Grund für die Einstellung des Flugbetriebes klar sein, wobei nicht vorherzusagen ist, ob der Heißluftballon überhaupt jemals wieder an dieser Stelle fliegen wird.
Um 15 Uhr besuchten wir eine weitere Vorstellung des Planetariums, diesmal gab es Wissenswertes über die Planetenwelt.
Zum Abschluss unseres Besuches folgte die letzte Fahrt dieses Tages mit der Werkbahn zur Tunnelbaustelle von 1875 in der Gotthardtunnelschau, wo sehr beeindruckend die widrigen Umstände geschildert werden, unter denen die zumeist italienischen Arbeiter versuchen mussten, ab 1871 den Tunnel in Rekordzeit zu graben.
Als wir das Verkehrshaus verließen, schlug die Uhr bereits 5, was unseren eigentlichen Zeitplan für Luzern ad absurdum führen ließ. Um für das bevorstehende Wochenende noch den nötigen Einkauf zu erledigen, fuhren wir ins Stadtzentrum und parkten mangels Parkplätze kostenpflichtig im Parkhaus des MM-Einkaufscenters. Nach getaner Arbeit nutzten wir die Gelegenheit zu einem Bummel durch Luzerns Altstadt, bevor wir gegen 19:45 Uhr gen Vitznau aufbrachen.
Am Campingplatz angekommen schwangen wir uns fluchs auf unsere Räder und radelten zur nahe gelegenen Markus-Kirche, wo seit 20 Uhr ein festliches Konzert anlässlich des Jubiläums 100 Jahre evangelisch-reformierte Markus-Kirche in Vitznau stattfand. Mit Werken von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem einheimischen Komponisten Hans Huber führte uns ein Gesangsduett mit Soloarien und Orgelmusik durch den Abend.
Gut gefrühstückt wanderten wir
gegen 11 Uhr vom Campingplatz zur einer nahe gelegenen Seilbahn, die uns von
Vitznau nach Hinterbergen
(1100 m) brachte. Der Clou dieser Seilbahn ist, dass diese nur bei Bedarf
verkehrt. Vor Antritt muss man seinen Fahrtwunsch bei einem an der Bergstation
arbeitenden Maschinisten ankündigen, um nach Einstieg in die Gondel die
Abfahrbereitschaft durch drücken eines Tasters zu signalisieren und erst nach
absolvierter Bergfahrt den Fahrpreis entrichten. Ist die Bergstation unbesetzt,
so muss man sich vor Fahrtantritt in einem benachbarten Bauernhaus eine
Wertmarke kaufen, diese an der Seilbahn in einem Automaten einwerfen und sich
schließlich befördern lassen.
Die Fahrt selbst ist mit 11 Franken (ca.7,30 Euro) für die Hin- und Rückfahrt ausgesprochen preiswert. Urlauber mit Gästekarte wie wir zahlen sogar noch einen Franken weniger.
Ab Hinterbergen folgten wir nun einem Rundwanderweg über Fälmisegg, Obermatt zum Gätterli-Pass (1190 m) . . ., glaubten wir zumindest.
Gar nicht weit von Hinterbergen stießen wir auf eine Weggabelung, an der ein Wegweiser auf zwei verschiedenen Wegen zum Glätti wies. Wir entschieden uns für den kürzeren aber dafür steileren Anstieg.
Etwa dreiviertel des Weges trafen wir auf einen Schweizer Wandersmann, mit dem wir uns in ein langes Gespräch vertieften. Unter anderem unterhielten wir uns auch über unsere Tour, worauf er uns erst einmal die Augen öffnete, dass wir die ganze Zeit in die verkehrte Richtung laufen.
Na logisch, wer wie wir zum Gätterli möchte, sollte nicht den Wanderwegen zum Glätti folgen. Da haben wir uns Städter ja wieder bedeppert angestellt. Aber mal ehrlich, irgendwie klingen die Namen doch alle gleich?
Da an eine Umkehr nicht zu
denken war, blieb uns nur die Wanderung zum Glätti, wo wir zunächst unsere
Brotzeit einlegten. Kauender Weise schweifte unser Blick nicht nur über das
herrliche Panorama, sondern auch zu einem Wegweiser, der die Wanderzeit zum
Fälmisegg mit nur 30 Minuten angab. Somit war unser Irrweg weniger dramatisch,
als zunächst angenommen.
Gegen 16 Uhr erreichten wir Seilbahnstation Hinterbergen, wo wir nach einer einstündigen Wanderung ankamen, sodass unsere Tour, Pausen eingeschlossen, gerade mal 3 Stunden dauerte.
Zurück auf dem Campingplatz
wurde die Kaffeezeit ausgerufen, in deren Anschluss wir hinunter zum Strand
schlenderten und Abkühlung im Vierwaldstätter See suchten.
Gegen 19 Uhr ließen wir uns das Abendbrot munden, worauf wir bewaffnet mit einer Flasche Rotwein und zwei Gläser abermals den Strand aufsuchten und dem Schauspiel des Sonnenunterganges beiwohnten.
Seit 1994 feiern die Eidgenossen am 1. August ihren Nationalfeiertag. Mit Hingabe werden Fenster, Balkone und Vorgärten mit Schweizer Fahnen oder Wimpeln geschmückt. In den Gemeinden finden Feste statt. Zu tausenden werden am Abend Kerzen in den Nationalfarben angezündet und Kinder ziehen mit Lampions durch die Straßen. In den Bergen sieht man auf den Gipfeln meterhohe Höhenfeuer und überall gibt es Feuerwerk.
Entsprechend turbulent versprach dieser Tag zu werden.
Zunächst begann er aber sehr
ruhig. Am Vormittag fuhren wir in die am Fuße der Zwillingsgipfel des Mythen
(1815 m und 1902 m) gelegenen Stadt Schwyz, die namensgebend sowohl für den
Kanton, als auch für das ganze Land war und damit als „Wiege der
Eidgenossenschaft“ gilt.
Entgegen unseren vielleicht etwas hochgesteckten Erwartungen über Feierlichkeiten oder Straßenfeste anlässlich des Nationalfeiertages war es in der Stadt ausgesprochen ruhig, sodass wir uns vom herrlichen Wetter zu einem Stadtbummel animieren ließen.
Sehenswert sind das im Zentrum
am Hauptplatz stehende und mit vielen Malereien verzierte Schwyzer Rathaus aus
dem Jahre 1642. Beeindruckend ist auch die prunkvoll gestaltete Pfarrkirche St.
Martin, die sich nur wenige Gehminuten vom Hauptplatz entfernt befindet.
Am Abend veranstaltete der
Campingplatz eine Feier mit Folklore, Trachtengruppe und natürlich Alphorn. Um
21:30 Uhr gab es für die Kids einen Lampionumzug durch die Straßen von Vitznau
bis zum Kurpark, der von Trychlern angeführt wurde.
Trychler sind eine
Trachtengruppe, deren zumeist männlichen Mitglieder im Gleichschritt marschieren
und dabei eine große Kuhglocke so vorm Körper tragen, dass diese durch die
Bewegung der Beine angestoßen wird und läutet. In der Gemeinschaft ergibt dies
einen Höllenlärm, ein riesen Spektakel, wie der kleine Filmausschnitt
beweist.
Um 22 Uhr stieg dann unweit des Kurparks ein großes Feuerwerk. Nicht das einzige zu dieser Zeit, denn rund um den Vierwaldstätter See waren zahlreiche andere Feuerwerke zu beobachten. Insofern war der am See angrenzende Kurpark eine hervorragende Wahl als Ausgangspunkt für das Beobachten der zahlreichen Festivitäten. Ganz zu Schweigen von den vielen Höhenfeuern, die in der Umgebung in den Bergen loderten.
Trotz der Feierlichkeit des gestrigen Tages saßen wir ausgeruht und katerlos am Frühstückstisch. Gegen 10 Uhr statteten wir der Rezeption unseres Campingplatzes einen Besuch ab, wo wir uns mit Kartenmaterial für unsere bevorstehende Tour eindeckten, Fahrkarten für die Zahnradbahn kauften und uns nach der Abfahrtszeit erkundigten.
Dem prüfenden Blick auf den Fahrplan folgte die prompte Ansage: „In fünf Minuten“. Natürlich kam noch ein: “Wenn ihr euch beeilt, schafft ihr´s!“ hinterher, worauf wir bei sonnigen 28 Grad mit rotierenden Armen und Beinen durch Vitznau bis zur Zahnradbahn hechelten und noch grad so sehen konnten, dass die Bahn nicht sonderlich voll war, als sie uns davon fuhr.
Bingo. Da standen wir nun. Kaum 3 Meter über dem Meeresspiegel und feucht wie ´ne Saunalandschaft. Na gut, ein paar Meter höher liegt Vitznau schon, aber wem interessiert es in diesem Augenblick.
Bis zur Abfahrt der nächsten Bahn in 45 Minuten blieb genug Zeit zum Akklimatisieren.
Zeit, die zu einem Besuch bei Wilhelm Tell hätte genutzt werden können. Gegenüber der Abfahrtsstelle der Rigi-Bahn liegt an der Schiffsstation von Vitznau die historische Armbrustwerkstatt, wo man sich in einer 30minütigen Führung über die handwerklichen, historischen und kulturellen Geschehnisse des 14. Jahrhunderts informieren und sich anschließend im Armbrustschießen üben kann.
Da jedoch gerade keine Führung angeboten wurde, lenkten wir unsere Aufmerksamkeit derweil auf die regen Rangiertätigkeiten vor der angrenzenden Wartungshalle der Rigi-Bahn.
Ein Triebwagen mit einem davor
gespannten halboffenen Personenwagen wurde zum Bahnsteig geschoben und ließ
vermuten, dass dies die nächste Bahn sein könnte. Unsere Frage danach wurde aber
abschlägig beantwortet. Vielmehr handelt es sich hier um eine Charterfahrt für
eine italienische Reisegruppe.
Etwa 10 Minuten vor Abfahrt fuhr auf selbem Gleis die Bahn für den öffentlichen Verkehr ein, sodass wir davon ausgehen konnten, dass der offene Personenwagen an die soeben angekommene Bahn angekoppelt wird. Im Trubel des Fahrgastwechsels kam die Mitarbeiterin, welche zuvor von uns nach dem Ziel des offenen Wagens befragt wurde, auf uns zu und deutete uns, in der ersten Reihe des offenen Wagens Platz zu nehmen, da diese Plätze nicht benötigt würden. Bei strahlend Sonnenschein und weiter steigenden Temperaturen störte uns die Aussicht, dass dieser nun in der Mitte laufen würde, wenig.
Je näher die Abfahrtzeit heranrückte, desto weniger glaubten wir noch daran, dass unser Wagen tatsächlich an den vor uns stehenden Triebwagen angekuppelt wird. Vollendete Gewissheit hatten wir zur Abfahrtszeit, als sich die Zahnradbahn ohne uns in Bewegung setzte.
Weniger in Unruhe, mehr in Lauerstellung warteten wir nun ab, wie sich die Lage entwickeln würde. Die in der Zwischenzeit zahlreich eingetroffenen italienischen Touristen waren unüberhörbar in Partylaune, die Stimmung war also top.
Und tatsächlich setzte sich eine Schaffnerin zu uns in die erste Reihe und gab dem Fahrer des hinten angekuppelten Triebwagens per Handzeichen das Signal, abzufahren. Sogleich setzte sich der Tross in Bewegung und wir saßen sozusagen in der Pole Position. Na wenn sich da das lange Warten nicht gelohnt hat?
Etwa 30 Minuten lang konnten
wir diese außergewöhnliche Fahrt genießen, ehe wir die Station Rigi Kaltbad
(1453 m) erreichten. In den nächsten drei Stunden (Brotzeit und Fotopausen
inbegriffen) wanderten wir recht unspektakulär und ohne uns zu verlaufen zum Glätti und weiter auf bekanntem Terrain über Fälmisegg nach Hinterbergen, wo wir
uns mit der Seilbahn ins Tal liften ließen, sodass wir gegen 15:30 Uhr unsere
fahrbare Immobilie erreichten.
Zur besten Kaffeezeit gaben wir
uns dem frisch Gebrühten hin, bevor uns der Alltag in Form von Einkaufen
einholte. Den Abend verbrachten wir schließlich wieder unten am Strand, wo wir
uns bei einem Glas Rotwein vom Farbenspiel der untergehenden Sonne bezaubern
ließen.
Nachdem unser Stadtbummel durch Luzern wegen des unbeabsichtigt langen Aufenthaltes im absolut sehenswerten Verkehrshaus der Schweiz definitiv zu kurz geraten war, stand unser heutiger letzter Urlaubstag ganz im Zeichen des Sightseeing.
Das wieder einmal grandiose Wetter dieses Tages ausnutzend ließen wir heute das Auto stehen und schlenderten stattdessen nach dem Frühstück hinunter zur Anlegestelle, von wo wir um 12:52 Uhr mit einem Dampfer nach Luzern schipperten.
Das Rückfahrtticket für die jeweils 45miütige Fahrt erleichterte unsere Urlaubskasse um 30 Franken (20 Euro) pro Person.
Der Hafen von Luzern liegt unmittelbar am Hauptbahnhof und ist damit idealer Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung.
Nur wenige Schritte sind vom
Hauptbahnhof notwendig, um Sicht auf eines der Wahrzeichen der Kantonshauptstadt
zu erlangen. Die Rede ist von dem achteckigen Wasserturm und der 204 m langen Kapellbrücke, die seit 1333 den nördlichen und südlichen Stadtteil beidseitig
der Reuss verbindet.
Der offene Dachstuhl der Holzbrücke wird von 111
Giebelbildern geschmückt. 86 dieser Bilder wurden jedoch 1993 bei einem Brand im
Mittelteil der Brücke vernichtet und unter großen Anstrengungen im
originalgetreu aufgebauten Brückendach reproduziert. Noch heute zeugen
Brandspuren an der Dachkonstruktion von der Katastrophe.
In den Gassen der angrenzenden Altstadt stießen wir auf ein Migros-Restaurant, wo wir unsere Mittagspause einlegten und für Mario Straußensteak mit Fritten und als Vorspeise eine Apfel-Selleriesuppe bzw. für Bettina Lasagne und Käsesuppe orderten. Beide Gerichte zusammen schlugen mit 25 Franken (knapp 17 Euro) zu Buche.
Hoch über Luzern thront auf
einem Berg majestätisch märchenhaft das Hotel Chateau Gütsch und eher durch
Zufall stießen wir auf eine kleine Bergbahn, die von der Baselstraße hinauf zu eben diesem Hotel
führt.
Wohl die Neugierde auf einen Blick über Luzern ließ uns mit der Bahn hinauf zum Hotel fahren. Während die einladend großen Fenster der Hotels den Blick freigeben auf edles Interieur, barocke Möbel und Antiquitäten, mussten wir zu unserem Erstaunen feststellen, dass das Hotel geschlossen war. Wie wir später in einem Gespräch mit einem Mitarbeiter in Erfahrung bringen konnten, ruht der Hotelbetrieb bereits seit über einem Jahr. Der Grund, warum der Besitzer das Hotel geschlossen hat ist in den hohen Unterhaltskosten und der geringen Anzahl der Zimmer zu suchen, mit denen sich zu wenig Geld verdienen lässt.
Der Blick auf Luzern ist
grandios. Die Sicht reicht bei gutem Wetter weit über den Vierwaldstätter See.
Am Horizont entdeckten wir das Bergmassiv mit der großen Schweizer Fahne. So
konnten wir genau die Lage von Vitznau bestimmen.
Nachdem uns die Bergbahn wieder
ins Tal beförderte, bummelten wir zu der in der Nähe des Bahnhofsplatz stehenden Hofkirche,
deren Zwillingstürme hoch über Luzern ragen. Die erste Erwähnung fand die
Hofkirche im Zusammenhang der Gründung eines Benediktinerklosters im 8.
Jahrhundert. 1633 wurde fiel die Hofkirche einem Brand zum Opfer, aber bereits
1645 wurde sie wieder aufgebaut. Die Hofkirche beherbergt die große Hoforgel,
auf deren 5.945 Pfeifen heute regelmäßig Konzerte veranstaltet werden.
Um 18:15 Uhr fuhren wir mit dem Schiff zurück nach Vitznau, wo wir den Abend mit den Vorbereitungen für unsere bevorstehende Abfahrt beschäftigt waren.
17. Tag
Nach unserem Frühstück ging es ans Rechnung begleichen, worauf wir gegen 11 Uhr Vitznau verließen. Die Nähe zu Lichtenstein ausnutzend fuhren wir mit unserem Gespann nach Vaduz, wo wir einen etwa 90minütigen Stopp einlegten und diese Zeit zu einem Stadtbummel nutzten.
Über Bregenz und Memmingen fuhren wir gemütlich in den Abend hinein, um schließlich gegen 19 Uhr bei Landsberg am Lech die Autobahn zu verlassen, um noch ein paar Dinge für das Abendessen zu besorgen. Zugegebener Maßen war es gar nicht so einfach einen Supermarkt zu finden, der bis 20 Uhr geöffnet hat. Schließlich wurden wir doch noch fündig und waren über die niedrigen Preise der Lebensmittel mehr als erstaunt. 3 Wochen Schweiz hinterlassen dann doch ihre Spuren.
Zurück auf die Autobahn fuhren wir an diesem Abend noch über München nach Pfaffenhofen, wo wir einen Autohof zwecks Übernachtung anfuhren.