http://www.sg-reisen.de/schweiz/schweiz.htm

 

Bericht unserer Campingreise in die Schweiz

 

17.07.-07.08.2004

 

Im Allgemeinen geht das Gerücht um, die Schweiz sei ein teures Pflaster. Doch nun ist Schluss damit!

3 Wochen Schweiz reichen aus um zu wissen, die Schweiz ist nicht teuer…

                                                       

die Schweiz ist MEGA-TEUER.

  

und dennoch eine Reise wert.

  

1. Tag

 

Obwohl wir unseren 3wöchigen Campingurlaub ganz der Schweiz widmeten, fiel die Wahl unseres ersten Stellplatzes auf den Campingplatz in dem kleinen Örtchen Niederzell auf der Insel Reichenau am Zeller See, wo wir nach einer Zwischenübernachtung auf einem Autohof am Vormittag des 19. Juli 2004 ankamen. Unsere Wahl fiel auf diesen Campingplatz wegen seiner Nähe zu Konstanz und der Schweizer Grenzstadt Kreuzlingen, dem Wohnort unserer Bekannten Margrit. Es wäre aber gelogen, würden wir behaupten, dass bei der Wahl des Campingplatzes der Preis eine untergeordnete Rolle gespielt hätten.

 

Das Aufstellen und Einrichten des Wohnwagens waren bei Temperaturen um 30 Grad eine recht schwitzige Angelegenheit, sodass im Anschluss unweigerlich die Erfrischung im Zeller See zu suchen war.

  

Gegen 18 Uhr besuchte uns unsere Bekannte aus Kreuzlingen und gemeinsam heizten wir dem Grill ein und servierten Margrits mitgebrachten Kartoffelsalat.

Den ollen Kochtopf übrigens, in dem Margrit den Kartoffelsalat transportierte, hat sie uns abschließend zur Entsorgung übergeholfen. Die Entsorgungsgebühren in der Schweiz sind drakonisch hoch, so kommt es ihr billiger. Was soll’s, uns hat es auch nichts gekostet.

 

Im Laufe des Abends verabredeten wir uns zu einer gemeinsamen Wanderung am Folgetag, gegen 23 Uhr verabschiedete sich Margrit. Wir genossen noch den milden Abend bis 30 Minuten nach Mitternacht.

 

2. Tag

 

Nach gepflegten sechseinhalb Stunden Schlaf zerrte es uns gegen 7 Uhr aus den Federn. Gegen 8:30 Uhr fuhren wir in die Schweiz, um uns in Kreuzlingen mit Margrit zu treffen.

Gemeinsam fuhren wir ins etwa 55 km entfernte Brülisau im Kanton Appenzell.

Margrit, eine geübte Wanderin und natürlich gute Schweizkennerin lud uns zu einer sehr schönen 5stündigen Wanderung ein. Vorher fragte sie uns, ob wir uns eine solche Tour zutrauen, aber eine 5stündige Tour sollte schon noch passen.

Mit der Seilbahn fuhren wir auf den Hohen Kasten (1795 m) und wanderten den Kamm entlang zum Sämtiser See. Schnell ergriff uns der Eindruck, uns mit dieser nimmer enden wollenden Tour übernommen zu haben. Während Margrit genüsslich über Stock und Stein schlenderte, hechelten wir Städter auf der Suche nach dem Licht am Ende des Tunnels hinterher. Man mag den Eindruck gewonnen haben, dass Margrit häufig, vielleicht etwas mitleidig, auf uns warten musste. Nach etwa 4 Stunden erreichten wir reichlich erschöpft eine Hütte am Sämtiser See, wo wir uns niederließen und Margrit und Bettina frische Alpenkuhmilch probierte, während sich Mario ein wahrlich wohlverdientes Bier gönnte. Dass es zwischenzeitlich angefangen hat zu regnen, störte zu diesem Zeitpunkt kaum.

 

Intelligent, wie wir nun mal sind, haben wir unseren warmen Pullover und unsere Regenjacken in anbetracht des anfangs hervorragenden Wetters im Auto gelassen. Als der Regen so stark wurde, dass wir uns talwärts wandernd in einem kleinen Heuschober unterstellen mussten, beschlich uns unmerklich der Anflug von Reue.

 

Das Wetter lud nun wahrlich niemanden mehr zum Wandern ein. Auch wenn der Weg bis zum Parkplatz nun befestigt war, kamen wir nicht umhin, ein talwärts fahrendes Fahrzeug anzuhalten und um Mitnahme zu bitten. Typisch Schweizer antwortete der Fahrer mit einem freundlichen „Ich bin aber kein Taxi!“. Aber ob des Regens hatte er ein Einsehen und ließ uns in seinen Jeep springen. Während der annähernd 20minütigen Fahrt stellte sich heraus, dass sich der Fahrer als Kuhbesamer seine Brötchen verdient und zufällig einen Auftrag oben auf der Alm hatte.

 

Er setzte uns direkt vor unserem Auto ab, worauf wir ihm dankbar 10 Franken in die Hand drückten und verabschiedeten.

 

Schnell entledigten wir uns der feuchten Klamotten und freuten uns über unsere Sitzheizung, die uns während der Fahrt nach Appenzell wärmte. In Appenzell schlenderten wir bei nachlassendem Regen, aber dennoch mit Schirm bewaffnet, durch die herrliche Altstadt mit seinen vielen bemalten Holzhäusern. Wir nutzten die Zeit zu einem Bummel entlang der Hauptstraße und stöberten in den vielen Souvenir- und Trachtenläden, wo für Mario gar ein Pullover abfiel.

 

Über 400 verschieden Käsesorten werden in der Alpenrepublik hergestellt. Einer der Bekanntesten ist der Appenzeller. Neben den vielen Souvenirläden der Hauptstraße findet man eine Reihe von Geschäften, in den sich alles nur um Käse dreht und die immer eine große Auswahl für den Feinschmecker bereithalten.

Man möge sich mal das Aroma vorstellen, welches von den Käsetheken hinaus in die malerischen Gassen getragen wird und einem wie Mario, der jeden Käse meidet, den Magen umkrempelt.

 

Gegen 21 Uhr waren wir schließlich wieder in Konstanz, wo wir uns zunächst an einem Imbiss mit Döner eindeckten und den Abend am Ufer des Bodensees ausklingen ließen.

 

3. Tag

 

Die Strapazen des letzten Tages weg geschlafen, verbrachten wir den Vormittag mit ein paar Aufräumarbeiten.

 

Den Nachmittag reservierten wir uns für eine Stadtbesichtigung in Konstanz, eine der südlichsten Städte Deutschlands, wohin wir gegen 12:30 Uhr aufbrachen. Zuerst flanierten wir durch die schöne Altstadt, um anschließend einen erholsamen Spaziergang am Bodensee zu absolvieren. Unseren Bummel beendeten wir mit der Besichtigung des beeindruckenden Konstanzer Münsters, welches in den Jahren 1052 bis 1089 erbaut wurde und zu den Wahrzeichen von Konstanz gezählt werden darf.

 

Es folgte ein Großeinkauf im Supermarkt, wo wir uns mit reichlich Lebensmittel für die bevorstehenden Tage in der Schweiz eindeckten.

 

Zurück auf dem Campingplatz belohnten wir uns gegen 16 Uhr mit einem wohltuenden Kaffee um uns anschließend auf unsere Räder zu schwingen und eine Radeltour auf der Insel Reichenau folgen zu lassen. 

Auf der Insel Reichenau dominiert zweifellos der Agraranbau. Überall trifft man auf großflächige Äcker und Gewächshäuser, wo von den frühen Morgenstunden bis in den späten Abend hinein geschuftet wird. Viele Landwirte bieten ihre Produkte an Ständen mit der Kasse des Vertrauens zum Kauf an, wobei die veranschlagten Preise konkurrenzlos billig sind. 

 

Natürlich lässt Bettina es sich nicht nehmen, ihr Lenkradkörbchen mit reichlich Gemüse voll zu laden, und das mit Hingabe.

So bepackt erreichten wir gegen 18 Uhr den Campingplatz, worauf wir uns aufs Abendbrot vorbereiteten und den Grill anheizten. Die Zeit bis zum Auflegen der Grillscheiben nutzten wir zum Abbau und Verstauen des Sonnendaches, was, wie sich bald herausstellen sollte, eine sehr weise Entscheidung gewesen war.

 

In der Nacht  wurde die Region von einem furchtbaren Gewitter heimgesucht. Während Blitze die Umgebung im Sekundentakt erhellten und der Donner darauf Kund tat, dass wir uns im Zentrum des Gewitters befanden, goss es wie aus Kannen. Als wir mit ansehen mussten, wie sich der Campingplatz binnen Minuten in ein stehendes Gewässer verwandelte, waren wir schon sehr froh, in einem Wohnwagen und nicht in einem Zelt zu liegen.

 

4. Tag

 

Am Morgen danach herrschte allgemeine Betriebsamkeit auf dem Gelände. Überall wurde geputzt um den Dreck, den der Regen mit sich brachte, aus den (Vor-) Zelten zu bannen.

Eine mit einem Klappfix angereiste österreichische Familie berichtete uns, dass in der Nacht das Wasser in ihrem Vorzelt auf etwa 10 cm angestiegen sei.   

 

Froh, uns nicht in die Putzkolonne einreihen zu müssen, machten wir unser Wägelchen nach dem Frühstück reisefertig und verließen gegen 12:00 Uhr die Insel in Richtung Schweiz.

 

Zunächst führte unsere Route quer durch Zürich und Luzern, wo wir schnell feststellen mussten, dass im Großstadtverkehr die berühmte Schweizer Gastlichkeit auf der Strecke bleibt. Hier wird mit dem Fahrzeug um jeden Zentimeter Platz gekämpft, sodass es recht anstrengend war, heil mit dem Wohnwagen hindurchzumanövrieren.

 

Richtig bunt wurde es aber am Brüningpass, einer kurvenreichen 19 km langen Passstraße, die die Kantone Bern und Obwalden miteinander verbindet. Bei einer Steigung von bis zu 13% trieben wir unseren Wagen mit unserer Immobilie auf eine Passhöhe von 1008 Meter, wo wir unserem Auto eine Verschnaufpause und uns eine Rast gönnten.

 

Nach einer Gesamtstrecke von 240 km erreichten wir nach einer Fahrzeit von kaum mehr als 3 Stunden den Campingplatz Aaregg in Brienz. Der Campingplatz liegt direkt am Brienzer See, eingebettet in das Panorama von hohen Bergen. Die Aussicht ist einfach traumhaft, egal wohin das Auge schaut.

Die Campingplatzpreise sind schweiztypisch hoch, für unsere Parzelle, dem Wohnwagen nebst Auto, 2 Personen und eine Strompauschale bezahlten wir inkl. Duschen 30 Euro je Nacht. Wir stellten unseren Wohnwagen am Rand einer zum Campingplatz gehörenden Wiese vor den Toren des Campingplatzes auf und hatten so eine unverbaubare Sicht auf die Berge. Eine gute Wahl, wie wir die nächsten Tage erfahren sollten, denn der Campingplatz füllte sich bis zur absoluten Auslastung.

 

Nachdem also der Wohnwagen aufgestellt und wohnlich war und auch das Vorzelt stand, verbrachten wir die Zeit bis zum Abnedbrot mit einer Abkühlung im Brienzer See.

 

5. Tag

 

Nach einer sehr gewittrigen Nacht gab es gegen 9:30 Uhr frische Brötchen vom campingplatzeigenen Backshop. Bei einem Preis von 60 Cent je Brötchen könnte man fast meinen, dass es sich dabei um ein Luxusgut handelt. Dabei waren sie genauso schnell weggeputzt, wie all die anderen Brötchen dieser Welt auch.

 

Zu unser erstes Ausflugsziel des Tages wurden die Trümmelbachfällen erkoren, in dessen Einzugsgebiet die Gletscherwände von Eiger, Mönch und Jungfrau liegen. Mit einem Aufzug gelangt man im Inneren des Berges Schwarzer Mönch zu zehn Gletscherfällen, über die bis zu 20.000 Liter Wasser pro Sekunde!!! ohrenbetäubend bis zu 200 m ins Tal stürzen. Sehr beeindruckend und unbedingt sehenswert.

    

Wesentlich beschaulicher geht es dagegen in dem sehr idyllisch gelegenen und von Touristen völlig überlaufen, Urlaubsort Lauterbrunnen (800 m) zu. Unweit des Wander- und Skizentrums Grindelwald gelegen, liegt Lauterbrunnen mitten in der Jungfrauregion, welche Ende 2001 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde und als Herz der Berner Alpen gilt. Das in einem Tal liegende Lauterbrunnen ist somit umgeben von Drei- und Viertausendern, allen voran dem Eiger (3970 m), dem Mönch (4099 m) und der Jungfrau (4158 m).

 

Wahrzeichen von Lauterbrunnen ist der Staubachfall, wo sich die Wassermassen an einer überhängenden Felswand 300 m ins Tal stürzen.

In Lauterbrunnen befindet sich auch die Talstation Stechelberg, von wo uns am frühen Nachmittag eine Seilbahn für 30,40 Schweizer Franken (entspricht 19,80 Euro) in die autofreie Stadt Mürren (1650 m) beförderte.

 

Ab der Bergstation folgten wir einem ausgeschilderten Panorama-Wanderweg zu einem zweistündigen Rundgang. Immer wieder legten wir kleine Pausen ein. Mal zwang uns einsetzender Regen dazu, meist jedoch war es die traumhafte Aussicht auf die schneebedeckten Gletscher des Gebirges. Für diesen Rundgang sind keine besonderen Anforderungen, bzw. keine alpine Kenntnisse erforderlich.

Abschließend folgte noch eine Besichtigung von Mürren, in dessen Zentrum wir gar eine ansehnliche Einkaufsmeile entdeckten. Mit der Seilbahn schwebten wir hinab zu unseren Autos, gegen 20 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz, wo wir dem Grill mächtig einheizten.

 

6. Tag

  

Ein Programmhinweis an der Rezeption des Campingplatzes kündigte für den heutigen Tag ein Trachtenfest auf den Männlichen (2345 m) an und bestimmte so maßgeblich unseren heutigen Programmverlauf.

 

Der Männlichen ist beliebtes Wander- und Wintersportgebiet und wird wegen seiner hervorragenden Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau gern als Aussichts- und Sonnenterasse der Jungfrau-Region bezeichnet. Ab der Talstation Grund in Grindelwald bewältigten wir die nächsten 1280 Höhenmeter mit der längsten Gondelbahn Europas (6,2 km) und ließen uns zur Bergstation in 2222 Meter liften. 

  

Uns war schon im Vorfeld klar, dass Stimmung und Wetter zum Verweilen einladen werden. Um sicher zu gehen, dass wir uns nicht festsitzen und das Wandern zu kurz kommt, kauften wir uns im Tal für 47 SFr je Nase (ca. 31,50 Euro) eine Kombi-Karte, die für uns bergauf die Fahrt mit der Männlichenbahn vorsah und bergab ab der Station Kleine Scheidegg (2061 m) die Fahrt bergab mit der Wengernalpbahn  beinhaltete, von der uns eine etwa 90minütige Wanderung trennte.

  

Mit uns pilgerten zahlreiche Schaulustige auf den Berg und ließen sich bei prächtig Sonnenschein und der Kulisse dieser grandiosen Aussicht unterhalten. Geboten wurde vor dem Berghaus Männlichen ein bunter Mix aus Volkstümlichen, Tanz, Besenklopfen (oder wie immer man das nennen möge), Peitschenakrobatik und natürlich wurde ins Alphorn geblasen.

 

Nach soviel Unterhaltung machten wir uns auf den Weg und fanden Abseits des Trubels ein ruhiges Plätzchen zum Picknicken. Gerade in dem Moment, als der Tee eingegossen und die Butterbrote ausgepackt wurden und wir wieder nicht umhin kamen, diese grandiose Aussicht zu bewundern, spielten am Berghaus die Alphörner auf, deren Klänge weit reichend die Luft füllten. Dieser Augenblick und diese Akustik waren wirklich filmreif. 

 

Auch auf kurzen Wanderungen in den Bergen empfiehlt sich immer eine gute Ausrüstung. Entsprechend vorbereitet schnallten wir schließlich unseren Rucksack um, worauf uns unsere neuen, extra für diesen Urlaub angeschafften Wanderstiefel einen gut ausgebauten und ausgeschilderten Panoramaweg entlang führten, auf dem uns Spaziergänger mit Sandalen und Kinderwagen entgegenkamen. Na Super.

 

Reichlich Betrieb herrschte an der Station Kleine Scheidegg, wo 3 Züge der Jungfraubahn vom Jungfraujoch ankamen und sich zahlreiche Besucher auf die Wengernalpbahn mit Ziel Wengern im Osten oder eben Grindelwald im Westen verteilten.

  

Zurück am Auto starteten wir gegen 18 Uhr zum Campingplatz, wo es auch schon an die Vorbereitungen für unser Abendbrot ging, bevor wir den Grill einkreisten.

  

8. Tag

 

Nach einem gemütlichen Frühstück fuhren wir Richtung Interlaken und von dort über die Autobahn A8 in die mit 123.000 Einwohnern viertgrößte Stadt der Schweiz, die Rede ist von Bern.

 

Die Autobahn verlassend folgten wir den Wegweisern ins Stadtzentrum und gelangten unweigerlich zum Bärengraben, wo die Touristinformation beheimatet ist. Hier bietet sich ein kleiner Spaziergang auf der davor verlaufende Hauptstraße Großer Muristalden an, die aufgrund ihrer Steigung einen schönen Blick über Bern und seinem Münster gestattet. Interessant ist die Straße auch wegen ihrer Nähe zur Altstadt und der Möglichkeit, sein Auto für 90 Minuten kostenlos zu parken.

  

Nachdem wir uns mit Kartenmaterial eingedeckt haben, fuhren wir jedoch weiter, da uns 90 Minuten für einen Bummel durch Bern recht eng bemessen schienen. Stattdessen parkten wir den Wagen in einer Tiefgarage am Rathaus, ein idealer Ausgangspunkt für den Trip durch die Altstadt. Allerdings hat das Parkhaus seinen Preis, denn je angefangene Stunde verlangte man 3,80 SFr (etwa 2,50 Euro). Dafür gab es aber 4 Gutscheine für die kostenlose Benutzung von Busse und Bahnen zwischen Rathaus und dem Bahnhof von Bern, und damit quasi quer durch die herrliche Altstadt. 

  

Unser erstes Ziel in Bern war das nur wenige Schritte entfernte Münster St. Vinzenz mit seinem berühmten, im 15. Jahrhundert entstanden Hauptportal, dessen Bogen mit 48 Skulpturen verziert ist.

 

Vielmehr als eben nur das Hauptportal bekamen wir zu unserem Ärger von dem Münster, dessen Bauzeit 152 Jahre betrug (1421-1573), aber nicht zu sehen, da uns die schmiedeeisernen Tore versperrt blieben. Der Grund hierfür war schlicht und ergreifend  Montag. Montag ist Ruhetag. Und das steht auch noch so in unserem Reiseführer… lesen müsste man können. 

  

So blieb uns auch der Aufstieg über die enge Wendeltreppe zur Galerie des knapp 100 m hohen Kirchturms, der übrigens erst 1893 fertig gestellt wurde, und der damit verbundene Ausblick über Bern verwehrt.

 

Somit zottelten wir etwas betreten die Kramgasse entlang, mit seinen Häuserfassaden aus dem 18. Jahrhundert und den Schützenbrunnen eine der beschaulichsten Gassen Berns, und gelangten zum mittelalterlichen Zeitglockenturm. Die Ursprünge dieses Wahrzeichens von Bern reichen bis ins 12. Jahrhundert und das berühmte Glockenspiel erfreut seit 1530 Passanten. Immer zur vollen Stunde beginnt das Glockenspiel, in dessen Vorfeld ein Hahnenschrei den Beginn verkündet und zu dessen Abschluss ein goldener Narr die Glocke schlägt.

 

Tipp:

Das Essen in der Schweiz ist recht kostspielig. Verhältnismäßig günstig isst man dagegen in einem "Migros"-Restaurant, welches sich oftmals in unmittelbarer Nähe zu einem Einkaufsmarkt der "Migros"-Kette befindet. Die verschiedenen Tagesmenüs, bestehend aus einem Gericht, einem kleinen Salat und einem Dessert kosten hier zwischen 9 und 13 Euro.

 

Gut gesättigt folgten wir der verlängerten Kramgasse, die jenseits des Zeitglockenturm Marktgasse heißt, vorbei am Kindlifresserbrunnen und gelangten so zum Hauptbahnhof, wo sich Mario erst einmal umsehen musste.

  

Den Rückweg traten wir über die parallel zur Marktgasse verlaufende Schauplatzgasse an, die uns direkt zum Bundesplatz führte. Die Südseite des Bundesplatzes wird beherrscht vom stattlichen Bundeshaus mit seiner mächtigen Kuppel, dessen Nordfassade einem römischen Tempel nachempfunden wurde. Einem Schweizer Bundeshaus gebührend fanden Hölzer und Steine aus allen Landesteilen Verwendung, die von Handwerkern und Künstlern verbaut wurden, die ebenfalls aus allen Landesteilen der Schweiz stammten.

 

Zurück auf der Kramgasse ging es Richtung Rathaus, nicht jedoch ohne zuvor dem Albert-Einstein-Haus einen Besuch abzustatten. In diesem schmalen Haus mit der Nummer 49 wohnte Albert Einstein von 1903 bis 1905 und arbeitete zu dieser Zeit als kleiner Angestellter im Berner Patentamt. In seiner Freizeit tüftelte der spätere Physik-Nobelpreisträger an seiner Relativitätstheorie. Seine damalige Wohnung beherbergt ein kleines Museum, in welchem Fotos und Dokumente ausgestellt sind.

 

Gegen 16:30 Uhr bereicherten wir den Parkscheinautomaten um reichlich Euros, worauf es zur Autobahn gen Interlaken ging. Etwa 40 Minuten später erreichten wir das Stadtzentrum von Interlaken, wo wir in einer Seitenstrasse des nahe gelegenen Einkaufszentrum „MM“ parkten und die bettelnde Parkuhr mit Euros für die nächsten 90 Minuten versorgten und zu einem kleinen Stadtbummel aufbrachen.

Nur ein paar Minuten nach Verlassen des Autos, wir hatten gerade die Rückseite des Einkaufszentrums erreicht, begann es wie aus Kübeln zu gießen. Ein frischer Wind ließ zudem die Temperatur merklich absinken. Schutzsuchend gesellten wir uns zu einer Schar Wasserscheuen, die sich am Eingang der Shoppingmall unter einem Schleppdach versammelten. Da es nicht den Anschein hatte, dass sich das Wetter in den nächsten Minuten grundlegend zum Guten ändern wird, hasteten wir zurück zum Auto und gaben den Parkplatz mit der gut gefütterten Parkuhr frei.

  

Zurück am Campingplatz verwöhnten wir uns in unserer nun beheizten Immobilie mit einer Tasse Kaffee. Gegen 21 Uhr gab es Abendbrot, worauf uns Abwasch und Aufräumarbeiten erst 23 Uhr zur Ruhe kommen ließen. Dementsprechend war heute erst gegen 2 Uhr Nachtruhe angesagt. 

 

9. Tag

 

Nachdem uns unser gestriger Bummel durch Interlaken verregnet wurde, versuchten wir nach dem Frühstück einen neuen Anlauf. Diesmal parkten wir in einer Seitengasse nahe dem Westbahnhof. Nachteilig in den Straßen der Altstadt ist die generelle Parkzeitbegrenzung von 90 Minuten, wobei 30 Minuten Parken 1 Euro kostet.

 

Vorbei am Bahnhofsvorplatz ging es entlang der Bahnhofstraße, bis wir den Centralplatz und den dahinter liegenden Höheweg, die Ader der Stadt erreichten. Die von zahlreichen Touristen bevölkerte Straße lädt mit vielen Shops und Souvenirläden zum Bummel ein, was Bettina auch dankend annahm und sogleich ihren Vorrat an Hosen um ein Exemplar erweiterte.

 

90 Minuten sind für einen Stadtbummel nicht gerade üppig, sodass wir alsbald den Rückweg zum Auto antreten mussten, bevor unsere Parkzeit abläuft.

Am Fahrzeug angekommen stockte uns erst einmal  der Atem, das Wägelchen war die letzten 90 Minuten mit heruntergelassenen Seitenscheiben geparkt. Ein kurzer Kontrollblick zeigte aber, dass nichts fehlt. Selbst die so leicht zugängliche Freisprecheinrichtung war an ihrem Platz. Hechel, Hechel.

 

Das Auto fuhren wir in das Parkhaus des nahe gelegenen Einkaufszentrums, wo wir zunächst noch schnell ein paar Besorgungen an Lebensmitteln bei Migros erledigten. Mit unserem Einkauf konnten wir an der Kasse unseren Parkschein umtauschen, sodass uns die nachfolgende Parkzeit von knapp 3 Stunden gerade einmal 50 Rappen (35 Cent) kosten sollte.  Hätte man früher wissen sollen.

 

Nachdem alle Lebensmittel im Auto verstaut waren, kehrten wir zunächst zur Mittagszeit ins Migros-Restaurant ein. Ohne den ständigen Blick auf die Uhr der hohen Parkgebühren wegen saß es sich gleich viel relaxter. Etwas schläfrig und beinfaul, dafür aber mit gefülltem Magen gönnten wir uns noch einen Kaffee, bevor wir wieder in das quirlige Interlaken eintauchten. Entlang der Großen Aare erreichten wir über die Marktgasse den Centralplatz und schlenderten weiter auf dem Höheweg.

 

Obwohl Interlaken als die touristische Hochburg des Berner Oberlandes gilt, hat uns die Stadt nicht wirklich vom Hocker gehauen. Das Leben ist vom Tourismus geprägt und verstopfte Straßen und überfüllte Gehwege tragen wenig zum Charme und Flair bei, den man von einer schweizerischen Ferienregion erwartet.

 

Zurück in der Tiefgarage stellten wir erst einmal fest, dass uns das Parkticket abhanden gekommen ist. Super gespart, denn gleich werden wir dank Strafgebühr die Euros dahingehen sehen. Als wir an der Information unser Malheur schilderten, wurde sogleich das dicke Buch hervorgeholt und unsere Adresse eingetragen. Das wird teuer…

Nach freiwilliger Benennung der Parkdauer und Vorlage der Quittung unseres Einkaufes bei Migros wurde uns ein neuer Parkschein ausgestellt, wofür wir 50 Rappen berappen mussten.

Damit entsprach die Summe genau den vorhergesagten Kosten, nämlich eben jene 35 Cent. Kein Cent extra. Das nenne ich mal Service.

 

Gegen 18 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz, der sich über Tag extrem gefüllt hat. Eine Hinweistafel am Eingang zeigte an, dass der Platz ausgebucht war, was die noch zahlreich anreisenden Campingfreunde nicht gerade amüsierte. 

 

10. Tag

 

Unserem gestrigen Stadtbummel ließen wir heute wieder einen Ausflug in die Natur folgen und starteten gegen 10 Uhr zu einer Wanderung auf die südlich des Brienzer See gelegene Axalp (1500 m). Bereits in Brienz ist die Axalp gut ausgeschildert, sodass uns die Suche nach dem richtigen Weg erspart blieb. Auf einer sehr schmalen Bergstraße, auf der ein entgegenkommender Linienbus schon ein ernstzunehmendes Hindernis ist, fuhren wir vorbei an den Giessbachfällen, deren Besichtigung wir uns für den Nachmittag vorgenommen haben und parkten vor dem Hotel Bellevue am Fuße der Axalp.

 

Im Winter 1998/99 hinterließen Lawinen und Sturm „Lothar“ entlang des Weges von der Axalp zum Hinterburgseeli (1515 m) enorme Schäden. Die Vielzahl umgestürzter Bäume brachte regionale Holzschnitzer auf die Idee, aus den noch vorhandenen Baumstümpfen Skulpturen zu schnitzen. Schnell ließen sich weitere Holzbildhauer für dieses Projekt begeistern, wo doch dieses alte Handwerk in dieser Region liebevoll gepflegt wird und in Brienz eine Schule für Holzbildhauerei steht.

 

So entstand in den folgenden Jahren eine ansehnliche Sammlung von Skulpturen, die, und das sei hier nochmals betont, ausschließlich in den Stümpfen der bei Sturm und Lawinen umgeknickten Bäume gehauen wurden. Seither trägt der Weg zum Hinterburgseeli den Namen „Schnitzlerweg“.

Auch wir konnten, 5 Jahre danach, den Schnitzern bei ihrem Handwerk zusehen, denn das öffentliche Interesse war so überwältigend, dass sich die Brienzer motivierten, ihre unentgeltliche Schnitzertätigkeit fortzusetzen.

 

Nach etwa einer Stunde erreichten wir den bei strahlend Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad gut besuchten Hinterburgseeli. Der erste Gedanke wurde verschwendet für einen schnellen Sprung in diesen von Bergen umgebenen romantischen Bergsee.

Zum Glück, möchte man meinen, beobachteten wir eine junge Frau, die mutig in den Bergsee hüpfte, einen kurzen Schrei von sich gab und augenblicklich wieder an Land anzutreffen war. Das Wasser war wohl nicht wenig kalt.

Ein Schluck aus der Wasserflasche kann eben mitunter auch sehr erfrischend sein . . .

 

Aufgefallen sind uns einige Feuerstellen, die von verschiedenen Besuchern ständig mit Brennholz versorgt wurden und so für Nachfolgende am Brennen gehalten. Manche kamen mit Bratwurst und Kartoffeln und veranstalteten hier ihr Barbecue.

 

Zurück zur Axalp wählten wir den etwas längeren Weg über den Bergkamm. Vom Hinterburgseeli ging es steil bergauf, was unseren erschlafften Pulsschlag glatt verdreifachte und unser Deo versagen ließ. Dafür entschädigte, oben angelangt, das Panorama vollends. An dieser Aussicht hinab ins Brienzer Tal bis hinüber zum Rothorn (2350 m) mag man sich einfach nicht satt sehen. So war die Wanderung auf dem fast menschenleeren Kammweg natürlich ein Genuss und so manches Rindviech, das sich schon von weitem mit seiner Kuhglocke ankündigte, schien ein klein wenig zufrieden, die Sommermonate auf der Alp verbringen zu können.

 

Gegen 14 Uhr erreichten wir unser Auto und stoppten talwärts zunächst an den schon erwähnten Giessbachfällen. Über 14 Kaskaden stürzen die Wassermassen mehrerer Gebirgsbäche insgesamt 400 m tief ins Tal. Der Clou ist eine Brücke, die direkt unter einem Vorsprung errichtet wurde und so einen Spaziergang unter dem Wasserfall hindurch erlaubt.

 

Tipp:

Sowohl die Giessbachfälle, als auch die Axalp lassen sich bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Vom Bahnhof Brienz fährt ein Bus der Firma Flück-Reisen. Informationen über Fahrplan und Preise findet man unter http://www.flueck.ch/Reisen/news.asp?id=10 .

 

Keine 15 km entfernt befindet sich nahe der Gemeinde Meiringen die Aareschlucht, mit deren Besuch wir unseren heutigen Tag abrundeten.

 

Auf einer Länge von 1400 m durchquert der Gebirgsfluss Aare diese gleichnamige bis zu 200 m tiefe Schlucht, deren Entstehung bis zum heutigen Tag nicht genau datiert werden kann.  Auf einen gut 1-2 m breiten und auf Stahlträgern im Fels verankerten Holzsteg lässt sich die Aareschlucht auf einer Länge von etwa 1300 Meter erkunden.

Für den Eintrittspreis von 7 SFr pro Person (ca. 4,70 Euro) ist einem der Rückweg selbst überlassen. Entweder man verlässt die Aareschlucht an deren Ende und läuft die 1,3 km außerhalb auf einem Wanderweg zum Ausgangspunkt zurück, oder man wählt wiederum den Weg durch die Aareschlucht. Für die etwas laufmüde gewordenen gibt es für 9 SFr (6 Euro) eine Rückfahrt mit der Meiringen-Innertkirchen Bahn. Dazu läuft man nach Verlassen der Aareschlucht zur Bahnstation, wo man durch rechtzeitigen Fingerzeig dem Lokführer eines regulären Personenzuges seinen Fahrtwunsch signalisiert. Ohne dieses Bemerkbarmachen würde der Zug an dieser Station ohne Halt durchfahren. 

 

Gegen 18 Uhr waren wir zurück am Wohnwagen, wo wir zunächst eine Kaffeepause einlegten, bevor es an die Vorbereitungen für die bevorstehende Weiterreise ging.

 

Am Abend haben wir uns bei einem Fest auf dem Campingplatz kulturell unterhalten lassen. Geboten wurde allerlei Programm, von Trachtengruppe bis hin zu einem Alphornbläser, wovon wir uns bis etwa 23:30 Uhr unterhalten ließen.

Die Spezialität des Abends war Käsebrot. Hierzu wurde ein großer Block Käse unter einer Heizröhre erhitzt, worauf die obere geschmolzene Schicht mit einem Messer abgetragen und auf Schwarzbrot geschmiert wurde. Man mag sich mal dieses Aroma vorstellen, welches in konzentrierter Form in der Luft lag. Mario´s Leidenschaft für Käse ist ja nun kein Geheimnis mehr. Selbst beim Schreiben dieser Zeilen dreht sich sein Magen. Super.

 

11. Tag

 

Unser Frühstückstisch war heute bereits gegen 7:30 Uhr gedeckt. Nach 8 Übernachtungen in dieser grandiosen Gegend trennte uns von der Abfahrt nur noch die Begleichung unserer Rechnung, die unsere Urlaubskasse mit 354 SFr (29,50 Euro/Nacht) erleichterte. 

 

Nach den üblichen „Geht´s-nach-Hause“- oder „Hat-es-ihnen-gefallen“-Geplänkel wurde auch über unser nächstes Reiseziel gesprochen. Und wie Besitzer von Campingplätzen nun mal so sind, vermittelte uns die Chefin gleich einen Campingplatz am Vierwaldstätter See, wo nach einem Anruf sichergestellt war, dass für uns ein Plätzchen bis zum Abend reserviert werden würde.

 

Wenig später verabschiedeten wir uns von Brienz, quälten unser Gespann abermals über den steilen Brüning-Pass und umrundeten auf der Autobahn, an Luzern vorbei, den Vierwaldstätter See, bis wir schließlich bei Küssnacht abfuhren. Nach einer nur 90minütigen Fahrt erreichten wir die beschauliche Gemeinde Vitznau und damit einen der teuersten Campingplätze all unserer Reisen.

 

Der Terrassen-Camping Vitznau ist, wie der Name schon sagt, terrassenförmig angelegt, wodurch fast jeder Stellplatz mit einer traumhaften Aussicht auf den Vierwaldstätter See aufwarten kann. Alle Stellplätze sind großzügig parzelliert und verfügen über Fahrspuren für Wohnmobile oder Caravan. Selbst an einen beheizten Pool für die Kids wurde gedacht.

Zweifelsohne ist der Campingplatz ein Ort zum Wohlfühlen, wofür es sich lohnt, insgesamt 34 Euro je Nacht  zu bezahlen.

 

Die Gemeinde Vitznau selbst liegt idyllisch am Fuße des Berges Rigi. Mit seinen 1798 m ist er die höchste Erhebung der Region, wird selbstbewusst „Königin der Berge“ genannt und gilt als beliebtestes Ausflugsziel der Schweiz.

 

Absolutes Highlight ist eine 25 mal 25 m große Schweizer Fahne, die bis Ende August weithin sichtbar an der Felsnase Steigelfad-Dossen über Vitznau prangt. Zum Schutz vor der Witterung wurde diese 625 m² große, über 600 kg schwere und 15.000 Franken teure Fahne nicht aus Stoff sondern aus 5 Planen gefertigt.

 

Nachdem Wohnwagen und Sonnendach aufgestellt waren, gönnten wir uns ein Mittagsschläfchen. Vis a Vis dem Panorama schlürften wir danach vor dem Wohnwagen unsere obligatorische Tasse Kaffee, woraufhin wir mit dem Radl Vitznau und Umgebung erkundeten. Bei sonnigen 30 Grad hielt sich unser Elan jedoch in Grenzen, weshalb wir gegen 18 Uhr zum Wohnwagen zurückkehrten und mit unseren Badesachen bewaffnet zu einer nahe gelegenen Badestelle eilten und uns in den Abend hinein ganz der Erfrischung in dem kristallklaren Wasser hingaben.

 

12. Tag

 

Den heutigen Tag verschrieben wir ganz der Besichtigung von Luzern. Bereits kurz nach 8 Uhr war der Frühstückstisch gedeckt und keine Stunde später saßen wir bereits im Auto.

 

Von Westen her über Luzern hereinfallend fuhren wir vorbei am Strandbad Lido und erreichten nur wenige Meter später das Verkehrshaus der Schweiz, wo wir unserer Planung nach den Vormittag zu verbringen gedachten. 

 

Für den Eintritt in das Verkehrshaus wurden stolze 24 Franken/Person (16 Euro) fällig, wobei dieser Preis zusätzlich den Besuch des Planetariums beinhaltete. Normalerweise wird für weitere 8 Franken die Mitfahrt in einem Highflyer angeboten, einem an Seilen gehaltenen Heißluftballon. Bedauerlich blieb der Ballon aber am heutigen und den nachfolgenden Tagen am Boden. Den Grund dafür sollten wir erst später in Erfahrung bringen.

 

Ferner bekommt man für 32 Franken (21,30 Euro) ausser den Eintritt ins Verkehrshaus und den Besuch des Planetarium noch eine Vorführung im IMAX-Kino dazu, wovon wir aber keinen Gebrauch gemacht haben.  

 

Nach einem ersten Rundgang wurde uns schnell klar, dass nur ein Vormittag für die Besichtigung dieses Museums nicht ausreichen würde. Zu groß ist das Gelände des Verkehrshauses und zu reichlich die Exponate über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Verkehrs und der Mobilität zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

  

Wir begannen unsere Besichtigung im Eisenbahn-Depot und damit mit der umfassenden Sammlung zum Schweizer Schienenverkehr von der Spanisch-Brötli-Bahn bis zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT).

Um 13 Uhr nahmen wir an einer Vorführung im Planetarium teil, in welcher uns sehr beschaulich der Weltraum und die Sternbilder erklärt wurden.

 

Nach dem Ende der Vorstellung wurden wir in die Halle für Luft- und Raumfahrt entlassen. 30 historische Flugzeuge und Flugapparate sowie mehr als 300 Originalgegenstände bis hin zu einem unbenutzt gebliebenen Original-Fahrgestell der Concorde gilt es hier zu besichtigen. Und wer es sich zutraut, der findet im Flugsimulator seine helle Freude, wo der Flug eines Düsenjägers mit zahlreichen Loopings simuliert wird. Die etwas Bodenständigeren wie wir dürfen sich derweil als Fluglotsen in einem Kontrollzentrum betätigen.

Es ist gar nicht so einfach, Flugzeuge in die richtige Höhe zu bringen und Kollisionen zu vermeiden. Oft rutschten wir haarscharf an solchen Unglücken vorbei und waren schon froh, wenn wir die Flieger „nur“ in die falsche Richtung jagten. Hauptsache sie blieben in der Luft. Diese Aufgabe war so interessant, dass sie uns prompt 45 Minuten in ihren Bann zog und wir uns danach auch nur ungern von ihr lösten.

 

Weitere Fluggeräte sind auf dem Freigelände zu besichtigen. Es mutet schon originell an, dass eine Douglas DC-3 vor einem vielleicht 6stöckigen Wohnhaus geparkt steht, welches direkt an das Gelände des Verkehrshauses angrenzt. 

 

Ebenfalls auf dem Freigelände findet man den schon Eingangs erwähnten Highflyer. Vor dem Ballon zeugten zahlreiche Kerzen und niedergelegte Blumengebinde von einem nicht allzu weit zurückliegenden Unfall. In einem Gespräch mit einem Mitarbeiter brachten wir in Erfahrung, dass exakt eine Woche zuvor der Heißluftballon während eines Fluges von einer Windbö erfasst und gegen eine Hauswand geschleudert wurde. Dabei brach der Fußboden der Gondel, worauf eine 49jährige indische Touristin aus der Gondel fiel und zu Tode kam. Ihr Ehemann wurde bei dem Unglück schwer verletzt.

Somit dürfte der Grund für die Einstellung des Flugbetriebes klar sein, wobei nicht vorherzusagen ist, ob der Heißluftballon überhaupt jemals wieder an dieser Stelle fliegen wird.

 

Um 15 Uhr besuchten wir eine weitere Vorstellung des Planetariums, diesmal gab es Wissenswertes über die Planetenwelt.

Zum Abschluss unseres Besuches folgte die letzte Fahrt dieses Tages mit der Werkbahn zur Tunnelbaustelle von 1875 in der Gotthardtunnelschau, wo sehr beeindruckend die widrigen Umstände geschildert werden, unter denen die zumeist italienischen Arbeiter versuchen mussten, ab 1871 den Tunnel in Rekordzeit zu graben. 

 

Als wir das Verkehrshaus verließen, schlug die Uhr bereits 5, was unseren eigentlichen Zeitplan für Luzern ad absurdum führen ließ. Um für das bevorstehende Wochenende noch den nötigen Einkauf zu erledigen, fuhren wir ins Stadtzentrum und parkten mangels Parkplätze kostenpflichtig im Parkhaus des MM-Einkaufscenters. Nach getaner Arbeit nutzten wir die Gelegenheit zu einem Bummel durch Luzerns Altstadt, bevor wir gegen 19:45 Uhr gen Vitznau aufbrachen.

 

Am Campingplatz angekommen schwangen wir uns fluchs auf unsere Räder und radelten zur nahe gelegenen Markus-Kirche, wo seit 20 Uhr ein festliches Konzert anlässlich des Jubiläums 100 Jahre evangelisch-reformierte Markus-Kirche in Vitznau stattfand. Mit Werken von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem einheimischen Komponisten Hans Huber führte uns ein Gesangsduett mit Soloarien und Orgelmusik durch den Abend.

 

13. Tag

 

Gut gefrühstückt wanderten wir gegen 11 Uhr vom Campingplatz zur einer nahe gelegenen Seilbahn, die uns von Vitznau nach Hinterbergen (1100 m) brachte. Der Clou dieser Seilbahn ist, dass diese nur bei Bedarf verkehrt. Vor Antritt muss man seinen Fahrtwunsch bei einem an der Bergstation arbeitenden Maschinisten ankündigen, um nach Einstieg in die Gondel die Abfahrbereitschaft durch drücken eines Tasters zu signalisieren und erst nach absolvierter Bergfahrt den Fahrpreis entrichten. Ist die Bergstation unbesetzt, so muss man sich vor Fahrtantritt in einem benachbarten Bauernhaus eine Wertmarke kaufen, diese an der Seilbahn in einem Automaten einwerfen und sich schließlich befördern lassen.

Die Fahrt selbst ist mit 11 Franken (ca.7,30 Euro) für die Hin- und Rückfahrt ausgesprochen preiswert. Urlauber mit Gästekarte wie wir zahlen sogar noch einen Franken weniger.

 

Ab Hinterbergen folgten wir nun einem Rundwanderweg über Fälmisegg, Obermatt zum Gätterli-Pass (1190 m) . . ., glaubten wir zumindest.

Gar nicht weit von Hinterbergen stießen wir auf eine Weggabelung, an der ein Wegweiser auf zwei verschiedenen Wegen zum Glätti wies. Wir entschieden uns für den kürzeren aber dafür steileren Anstieg.

Etwa dreiviertel des Weges trafen wir auf einen Schweizer Wandersmann, mit dem wir uns in ein langes Gespräch vertieften. Unter anderem unterhielten wir uns auch über unsere Tour, worauf er uns erst einmal die Augen öffnete, dass wir die ganze Zeit in die verkehrte Richtung laufen.

Na logisch, wer wie wir zum Gätterli möchte, sollte nicht den Wanderwegen zum Glätti folgen. Da haben wir uns Städter ja wieder bedeppert angestellt. Aber mal ehrlich, irgendwie klingen die Namen doch alle gleich?

 

Da an eine Umkehr nicht zu denken war, blieb uns nur die Wanderung zum Glätti, wo wir zunächst unsere Brotzeit einlegten. Kauender Weise schweifte unser Blick nicht nur über das herrliche Panorama, sondern auch zu einem Wegweiser, der die Wanderzeit zum Fälmisegg mit nur 30 Minuten angab. Somit war unser Irrweg weniger dramatisch, als zunächst angenommen.  

Gegen 16 Uhr erreichten wir Seilbahnstation Hinterbergen, wo wir nach einer einstündigen Wanderung ankamen, sodass unsere Tour, Pausen eingeschlossen, gerade mal 3 Stunden dauerte.

Zurück auf dem Campingplatz wurde die Kaffeezeit ausgerufen, in deren Anschluss wir hinunter zum Strand schlenderten und Abkühlung im Vierwaldstätter See suchten.

 

Gegen 19 Uhr ließen wir uns das Abendbrot munden, worauf wir bewaffnet mit einer Flasche Rotwein und zwei Gläser abermals den Strand aufsuchten und dem Schauspiel des Sonnenunterganges beiwohnten. 

 

14. Tag

 

Seit 1994 feiern die Eidgenossen am 1. August ihren Nationalfeiertag. Mit Hingabe werden Fenster, Balkone und Vorgärten mit Schweizer Fahnen oder Wimpeln geschmückt. In den Gemeinden finden Feste statt. Zu tausenden werden am Abend Kerzen in den Nationalfarben angezündet und Kinder ziehen mit Lampions durch die Straßen. In den Bergen sieht man auf den Gipfeln meterhohe Höhenfeuer und überall gibt es Feuerwerk.

Entsprechend turbulent versprach dieser Tag zu werden.

 

Zunächst begann er aber sehr ruhig. Am Vormittag fuhren wir in die am Fuße der Zwillingsgipfel des Mythen (1815 m und 1902 m) gelegenen Stadt Schwyz, die namensgebend sowohl für den Kanton, als auch für das ganze Land war und damit als „Wiege der Eidgenossenschaft“ gilt.

Entgegen unseren vielleicht etwas hochgesteckten Erwartungen über Feierlichkeiten oder Straßenfeste anlässlich des Nationalfeiertages war es in der Stadt ausgesprochen ruhig, sodass wir uns vom herrlichen Wetter zu einem Stadtbummel animieren ließen.

Sehenswert sind das im Zentrum am Hauptplatz stehende und mit vielen Malereien verzierte Schwyzer Rathaus aus dem Jahre 1642. Beeindruckend ist auch die prunkvoll gestaltete Pfarrkirche St. Martin, die sich nur wenige Gehminuten vom Hauptplatz entfernt befindet.

 

Am Abend veranstaltete der Campingplatz eine Feier mit Folklore, Trachtengruppe und natürlich Alphorn. Um 21:30 Uhr gab es für die Kids einen Lampionumzug durch die Straßen von Vitznau bis zum Kurpark, der von Trychlern angeführt wurde.

 

Trychler sind eine Trachtengruppe, deren zumeist männlichen Mitglieder im Gleichschritt marschieren und dabei eine große Kuhglocke so vorm Körper tragen, dass diese durch die Bewegung der Beine angestoßen wird und läutet. In der Gemeinschaft ergibt dies einen Höllenlärm, ein riesen Spektakel, wie der kleine Filmausschnitt beweist.

 

Um 22 Uhr stieg dann unweit des Kurparks ein großes Feuerwerk. Nicht das einzige zu dieser Zeit, denn rund um den Vierwaldstätter See waren zahlreiche andere Feuerwerke zu beobachten. Insofern war der am See angrenzende Kurpark eine hervorragende Wahl als Ausgangspunkt für das Beobachten der zahlreichen Festivitäten. Ganz zu Schweigen von den vielen Höhenfeuern, die in der Umgebung in den Bergen loderten.

 

15. Tag

 

Trotz der Feierlichkeit des gestrigen Tages saßen wir ausgeruht und katerlos am Frühstückstisch. Gegen 10 Uhr statteten wir der Rezeption unseres Campingplatzes einen Besuch ab, wo wir uns mit Kartenmaterial für unsere bevorstehende Tour eindeckten, Fahrkarten für die Zahnradbahn kauften und uns nach der Abfahrtszeit erkundigten.

Dem prüfenden Blick auf den Fahrplan folgte die prompte Ansage: „In fünf Minuten“. Natürlich kam noch ein: “Wenn ihr euch beeilt, schafft ihr´s!“ hinterher, worauf wir bei sonnigen 28 Grad mit rotierenden Armen und Beinen durch Vitznau bis zur Zahnradbahn hechelten und noch grad so sehen konnten, dass die Bahn nicht sonderlich voll war, als sie uns davon fuhr.

Bingo. Da standen wir nun. Kaum 3 Meter über dem Meeresspiegel und feucht wie ´ne Saunalandschaft. Na gut, ein paar Meter höher liegt Vitznau schon, aber wem interessiert es in diesem Augenblick.

 

Bis zur Abfahrt der nächsten Bahn in 45 Minuten blieb genug Zeit zum Akklimatisieren.

Zeit, die zu einem Besuch bei Wilhelm Tell hätte genutzt werden können. Gegenüber der Abfahrtsstelle der Rigi-Bahn liegt an der Schiffsstation von Vitznau die historische Armbrustwerkstatt, wo man sich in einer 30minütigen Führung über die handwerklichen, historischen und kulturellen Geschehnisse des 14. Jahrhunderts informieren und sich anschließend im Armbrustschießen üben kann.

Da jedoch gerade keine Führung angeboten wurde, lenkten wir unsere Aufmerksamkeit derweil auf die regen Rangiertätigkeiten vor der angrenzenden Wartungshalle der Rigi-Bahn.

 

Ein Triebwagen mit einem davor gespannten halboffenen Personenwagen wurde zum Bahnsteig geschoben und ließ vermuten, dass dies die nächste Bahn sein könnte. Unsere Frage danach wurde aber abschlägig beantwortet. Vielmehr handelt es sich hier um eine Charterfahrt für eine italienische Reisegruppe.

Etwa 10 Minuten vor Abfahrt fuhr auf selbem Gleis die Bahn für den öffentlichen Verkehr ein, sodass wir davon ausgehen konnten, dass der offene Personenwagen an die soeben angekommene Bahn angekoppelt wird. Im Trubel des Fahrgastwechsels kam die Mitarbeiterin, welche zuvor von uns nach dem Ziel des offenen Wagens befragt wurde, auf uns zu und deutete uns, in der ersten Reihe des offenen Wagens Platz zu nehmen, da diese Plätze nicht benötigt würden. Bei strahlend Sonnenschein und weiter steigenden Temperaturen störte uns die Aussicht, dass dieser nun in der Mitte laufen würde, wenig.

Je näher die Abfahrtzeit heranrückte, desto weniger glaubten wir noch daran, dass unser Wagen tatsächlich an den vor uns stehenden Triebwagen angekuppelt wird. Vollendete Gewissheit hatten wir zur Abfahrtszeit, als sich die Zahnradbahn ohne uns in Bewegung setzte.

 

Weniger in Unruhe, mehr in Lauerstellung warteten wir nun ab, wie sich die Lage entwickeln würde. Die in der Zwischenzeit zahlreich eingetroffenen italienischen Touristen waren unüberhörbar in Partylaune, die Stimmung war also top.

Und tatsächlich setzte sich eine Schaffnerin zu uns in die erste Reihe und gab dem Fahrer des hinten angekuppelten Triebwagens per Handzeichen das Signal, abzufahren. Sogleich setzte sich der Tross in Bewegung und wir saßen sozusagen in der Pole Position. Na wenn sich da das lange Warten nicht gelohnt hat?

 

Etwa 30 Minuten lang konnten wir diese außergewöhnliche Fahrt genießen, ehe wir die Station Rigi Kaltbad (1453 m) erreichten. In den nächsten drei Stunden (Brotzeit und Fotopausen inbegriffen) wanderten wir recht unspektakulär und ohne uns zu verlaufen zum Glätti und weiter auf bekanntem Terrain über Fälmisegg nach Hinterbergen, wo wir uns mit der Seilbahn ins Tal liften ließen, sodass wir gegen 15:30 Uhr unsere fahrbare Immobilie erreichten.

 

Zur besten Kaffeezeit gaben wir uns dem frisch Gebrühten hin, bevor uns der Alltag in Form von Einkaufen einholte. Den Abend verbrachten wir schließlich wieder unten am Strand, wo wir uns bei einem Glas Rotwein vom Farbenspiel der untergehenden Sonne bezaubern ließen.

 

16. Tag

 

Nachdem unser Stadtbummel durch Luzern wegen des unbeabsichtigt langen Aufenthaltes im absolut sehenswerten Verkehrshaus der Schweiz definitiv zu kurz geraten war, stand unser heutiger letzter Urlaubstag ganz im Zeichen des Sightseeing.

 

Das wieder einmal grandiose Wetter dieses Tages ausnutzend ließen wir heute das Auto stehen und schlenderten stattdessen nach dem Frühstück hinunter zur Anlegestelle, von wo wir um 12:52 Uhr mit einem Dampfer nach Luzern schipperten.

Das Rückfahrtticket für die jeweils 45miütige Fahrt erleichterte unsere Urlaubskasse um 30 Franken (20 Euro) pro Person.

 

Der Hafen von Luzern liegt unmittelbar am Hauptbahnhof und ist damit idealer Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung.

Nur wenige Schritte sind vom Hauptbahnhof notwendig, um Sicht auf eines der Wahrzeichen der Kantonshauptstadt zu erlangen. Die Rede ist von dem achteckigen Wasserturm und der 204 m langen Kapellbrücke, die seit 1333 den nördlichen und südlichen Stadtteil beidseitig der Reuss verbindet. Der offene Dachstuhl der Holzbrücke wird von 111 Giebelbildern geschmückt. 86 dieser Bilder wurden jedoch 1993 bei einem Brand im Mittelteil der Brücke vernichtet und unter großen Anstrengungen im originalgetreu aufgebauten Brückendach reproduziert. Noch heute zeugen Brandspuren an der Dachkonstruktion von der Katastrophe. 

 

In den Gassen der angrenzenden Altstadt stießen wir auf ein Migros-Restaurant, wo wir unsere Mittagspause einlegten und für Mario Straußensteak mit Fritten und als Vorspeise eine Apfel-Selleriesuppe bzw. für Bettina Lasagne und Käsesuppe orderten. Beide Gerichte zusammen schlugen mit 25 Franken (knapp 17 Euro) zu Buche.

 

Hoch über Luzern thront auf einem Berg majestätisch märchenhaft das Hotel Chateau Gütsch und eher durch Zufall stießen wir auf eine kleine Bergbahn, die hinauf zu eben diesem Hotel führt.

Wohl die Neugierde auf einen Blick über Luzern ließ uns mit der Bahn hinauf zum Hotel fahren. Während die einladend großen Fenster der Hotels den Blick freigeben auf edles Interieur, barocke Möbel und Antiquitäten, mussten wir zu unserem Erstaunen feststellen, dass das Hotel geschlossen war. Wie wir später in einem Gespräch mit einem Mitarbeiter in Erfahrung bringen konnten, ruht der Hotelbetrieb bereits seit über einem Jahr. Der Grund, warum der Besitzer das Hotel geschlossen hat ist in den hohen Unterhaltskosten und der geringen Anzahl der Zimmer zu suchen, mit denen sich zu wenig Geld verdienen lässt.

 

Der Blick auf Luzern ist grandios. Die Sicht reicht bei gutem Wetter weit über den Vierwaldstätter See. Am Horizont entdeckten wir das Bergmassiv mit der großen Schweizer Fahne. So konnten wir genau die Lage von Vitznau bestimmen. 

 Filmchen Blick über Luzern mit Fahne

Nachdem uns die Bergbahn wieder ins Tal beförderte, bummelten wir zu der in der Nähe des Bahnhofsplatz stehenden Hofkirche, deren Zwillingstürme hoch über Luzern ragen. Die erste Erwähnung fand die Hofkirche im Zusammenhang der Gründung eines Benediktinerklosters im 8. Jahrhundert. 1633 wurde fiel die Hofkirche einem Brand zum Opfer, aber bereits 1645 wurde sie wieder aufgebaut. Die Hofkirche beherbergt die große Hoforgel, auf deren 5.945 Pfeifen heute regelmäßig Konzerte veranstaltet werden.

 

Um 18:15 Uhr fuhren wir mit dem Schiff zurück nach Vitznau, wo wir den Abend mit den Vorbereitungen für unsere bevorstehende Abfahrt beschäftigt waren.

 

17. Tag

 

Nach unserem Frühstück ging es ans Rechnung begleichen, worauf wir gegen 11 Uhr Vitznau verließen. Die Nähe zu Lichtenstein ausnutzend fuhren wir mit unserem Gespann nach Vaduz, wo wir einen etwa 90minütigen Stopp einlegten und diese Zeit zu einem Stadtbummel nutzten.

Über Bregenz und Memmingen fuhren wir gemütlich in den Abend hinein, um schließlich gegen 19 Uhr bei Landsberg am Lech die Autobahn zu verlassen, um noch ein paar Dinge für das Abendessen zu besorgen. Zugegebener Maßen war es gar nicht so einfach einen Supermarkt zu finden, der bis 20 Uhr geöffnet hat. Schließlich wurden wir doch noch fündig und waren über die niedrigen Preise der Lebensmittel mehr als erstaunt. 3 Wochen Schweiz hinterlassen dann doch ihre Spuren. 

  

Zurück auf die Autobahn fuhren wir an diesem Abend noch über München nach Pfaffenhofen, wo wir einen Autohof zwecks Übernachtung anfuhren.