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05. bis 09. April 1999
Das auf den nun folgenden Seiten ein Reisebericht zu
lesen ist, ist eher einer Laune als einer langwierigen Planung zu verdanken.
Ursprünglich stand die Durchführung einer Reise überhaupt nicht zur Debatte,
geschweige denn ein Zwei-Städte-Trip in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Die Entscheidung, welche Stadt wir besuchen werden, machten wir abhängig
von den Preisen für die Flugtickets. Schnell waren die Telefaxe für die
Preisrecherche an verschiedene Reiseagenturen geschrieben, wobei wir New York
als Wunschziel angaben. Herauskristallisieren sollte sich ein Flug über Washington nach New York
mit United Airlines für etwas über 750.00 DM zzgl. Steuern von etwa 120.00 DM. Nach einer knapp 45-minütigen und 32.00 $ teuren Fahrt erreichten wir
unser Hotel, das "Best Western Grant Park", benannt nach dem
gleichnamigen, auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegenen Grant Park.
Dieses Hotel liegt an der Michigan Avenue, eine der besten Einkaufsstraßen
Chicagos und eine große Touristenmeile schlechthin. Im Reiseführer steht gar
geschrieben, dass die Michigan Avenue wegen ihrer Aneinanderreihung von
Glitzerfassaden des gehobenen Kaufrausches auch Magnificent Mile genannt wird,
als die schönste Einkaufsstraße der Welt. 06.04.1999
Schließlich stoppten wir noch an der
Buckingham
Fountain im Grant Park, dem größten Springbrunnen der Welt. Bekannt ist
der Brunnen dem ein oder anderen vielleicht aus dem Vorspann der Serie „Eine
schrecklich nette Familie“.
Die Idee hierzu entstand, weil unser Sohn Marcel in seinem diesjährigen
Osterferien unbedingt auf seinen Reiterhof nach Bienenbüttel fahren wollte. Um
unseren Urlaub nicht daheim auf Balkonien verbringen zu müssen, war ein
Reiseziel gesucht.
Für unseren Sohn gibt es mit seinen 11 Jahren nichts Schlimmeres als einen
Urlaub in der Großstadt, wo er sich womöglich noch ausgiebigen Shopping-Touren
hingeben muss.
Also entschieden wir uns für den Besuch einer Großstadt, jenseits unserer
Landesgrenzen. Na und wenn schon ein anderes Land, warum dann nicht Amerika oder
Kanada? Die Idee war geboren.
Auch dem Besuch einer weiteren Stadt standen wir offen gegenüber, aber nur im
Rahmen eines Stopover, wenn dieser nicht noch zusätzlich Geld kostet.
Damit, so glaubten wir, waren die Ziele unserer Reise definiert.
Für die Auswahl der Hotels orderten wir in einem Reisebüro Kataloge
verschiedener Veranstalter und ...
...sagten kurze Zeit später die Flüge ab.
Bei Preisen für ein einfaches Hotel in New York von 150.00 DM aufwärts pro
Person ist uns die Lust auf die große weite Welt schnell vergangen. 300.00 DM für
ein Doppelzimmer in einem mickrigen Zwei-Sterne-Hotel, für jeden weiteren Stern
noch einmal 100.00 DM drauf, da schauen wir uns New York auch weiterhin auf
Postkarten an.
Eine erneute Preisrecherche brachte uns schließlich ein Flugticket für 915.00
DM p.P. zzgl. 105.00 DM Tax nach San Francisco mit United Airlines. Da United
Airlines in Chicago beheimatet ist, war auf dem Weg nach San Francisco ein
Zwischenlandung in Chicago erforderlich. Ein Stopover in Chicago war ohne
Mehrkosten möglich und so ergab sich der Besuch einer weiteren Großstadt.
Obwohl auch hier die Zimmerpreise der Hotels recht stattlich waren, in Chicago
kostete uns das Doppelzimmer 152.00 DM die Nacht und in San Francisco gar 180.00
DM, buchten wir rasch und hatten somit für wenig mehr als 3500.00 DM eine 14-tätige
Reise zusammengestellt.
Immer wieder erzählten wir unserem Sohn Marcel von unserer bevorstehenden Tour
und hofften, er wolle sich uns anschließen. Aber die Aussicht auf die vielen
Wolkenkratzer konnten Marcel nicht von seinem Reiterhof abbringen und so kam es,
dass wir tatsächlich getrennt Urlaub machten.
Was blieb waren natürlich die ständigen Zweifel, alles richtig zu machen. Was,
wenn uns etwas zustößt; was, wenn Marcel etwas zustößt. Aber wir wussten
Marcel in wirklich guten Händen, auch wussten wir, dass sich Marcel riesig auf
seinen Reiterhof freute.
Am 02. April lieferten wir Marcel zur frühen Nachmittagszeit auf seinen
Reiterhof in Bienenbüttel ab, keine 30 Minuten später saß er bereits auf
einem Pferd und hatte Fun. Die Zeit zu einem flüchtigen Abschied nahm sich
Marcel nur unter stillem Protest. Die Pferde (und Mädels) warteten und manchmal
muss man eben Prioritäten setzen.![]()
3 Tage später bestiegen wir einen Lufthansa-Airbus A 300-600 von Berlin nach
Frankfurt.
Die Landung in Frankfurt war echt miserabel, entweder herrschte viel Seitenwind,
was dem Piloten zu schaffen machte, oder aber der Co-Pilot setzte zum ersten mal
in seinem Leben unter eigener Regie den Flieger auf die Piste. Wie dem auch sei,
der Anflug war sehr wackelig, die Landung schließlich knochenhart.
Nach einem 150-minütigen Spaziergang in Frankfurt bestiegen wir dann das
Flaggschiff des Flugzeugherstellers Boeing, eine nagelneue Boeing 777 der United
Airlines für
unseren 9-stündigen Flug nach Chicago.
Die Triple-seven (Boeing 777) allerdings war nicht der Reißer. Obwohl wir bei
einer Sitzaufteilung 2-5-2 eine Zweierreihe am Fenster hatten, hielt sich der
uns zur Verfügung stehende Platz sehr in Grenzen. Meines Erachtens war die
Beinfreiheit zum Vordersitz geringer als bei anderen Fluggesellschaften bzw.
Flugzeugen.
Insgesamt war der Service und das servierte Essen bei United Airlines eher
durchschnittlich. Zudem waren die Flugbegleiterinnen, die allgemein freundlich
waren, in einem tief dunkelblauen, furchtbar anmutenden Gewand gehüllt.
Etwas ganz besonderes, für uns zumindest, sollten wir auf diesem Flug aber
dennoch erfahren, denn bei fabelhaftem Wetter flogen wir über Grönland und
bekamen so das ewige Eis zu Gesicht. Trotz der Entfernung zum Boden konnte man
sehr gut gefrorene Seen, schneebedeckte Landschaften, aber auch diverse
Eisschollen auf nicht ganz zugefrorenen Gewässern erkennen.
Während des Landeanfluges wurden die Temperaturen in Chicago auf mickrige 9
Grad beziffert, erwartet haben wir mindestens das Doppelte. Nachdem wir das
Einreise-Procedere hinter uns gebracht hatten und sich
unsere Finger wieder um die Griffe unserer Koffer bogen, steuerten wir den
nahe gelegenen Taxistand an.
Die Fahrt hatte noch nicht richtig begonnen, hörten wir vom Taxifahrer auch
schon die von
Amerikanern allgemein gern gestellte Frage: „Where do you come from?“. Nach
unserem Outing Deutsche zu sein, entfuhr es dem Taxifahrer: „I come from
Poland!“. Sieh an, die Welt ist doch klein.
Während wir uns im Schritttempo auf dem vierspurigen Highway Downtown Chicago näherten,
die Rushhour war in vollem Gange, erfuhren wir unter anderem, dass der
Taxifahrer vor elf Jahren mit Frau und Kind aus Polen immigrierte. Nachdem also
die Familienverhältnisse geklärt waren, folgte eine lange Unterredung über
den aktuellen Krieg in Jugoslawien. Zwischendurch wurden uns die an der
Fahrtroute gelegenen Sehenswürdigkeiten aufgezeigt.
Je näher wir uns dem Stadtzentrum näherten, um so gigantischer muteten die
vielen Wolkenkratzer Chicagos an, von der Fahrt durch das Stadtzentrum waren wir
dann schlicht überwältigt, beeindruckt, ja fast erschlagen von den
nimmer-enden-wollenden Bürotürmen.
Allerdings sollte hier angeführt werden, dass sich das Hotel in dem eher
ruhigen Teil der Michigan Avenue befindet, vielleicht eine Meile vom
touristischen Geschehen entfernt.
Der erste Eindruck soll ja immer der Beste sein und unser erster Eindruck von
unserem Quartier für die nächsten 4 Nächte war nicht so berauschend. Das Haus
an sich erinnerte stark an die Schokolade Ritter-Sport (quadratisch, praktisch,
gut) und war mit seinen gerade mal 9 Etagen eher schlicht gehalten.
Betreten konnten man das Hotel durch einen unscheinbaren Eingang, der in einer
Seitengasse zu finden war. Einen Empfangspagen, der unsere Koffer aus dem Taxi hätte
zerren können, gab es nicht.
Das Foyer war ebenso schlicht gehalten, wie das Haus an sich. Man versuchte
etwas Gemütlichkeit hineinzubringen durch das Aufstellen einiger
Sitzgelegenheiten, an denen jedoch schon der Zahn der Zeit nagte.
Nachdem wir die Anmeldeformalitäten hinter uns gebracht hatten und unsere
Keycard für das Zimmer ausgehändigt bekamen, fanden wir unsere Koffer plötzlich
auf dem Wagen eines Hotelboys wieder.
Sieh an, es gab ihn also doch, nur das dieser Boy hier sich anscheinend seine
Rente etwas aufzubessern schien. Von der Rezeption waren es gerade mal vier
Schritte bis zum Fahrstuhl und diese wahnsinnige Entfernung konnten wir dann
Dank dieses Service ohne unsere mit Rollen versehenen Koffer zurücklegen. Zudem
wurde uns die schwere Last der Etagenwahl innerhalb des Lifts abgenommen, also
doch Vollservice. Der Urlaub konnte beginnen.
Vom Lift aus mussten wir dann noch etwa 10 Meter bis zu unserem Zimmer gehen,
der Hotelboy bekam für die Beförderung unserer beiden Koffer dann auch 2
Dollar Tip (Trinkgeld), das sind halt die Preise hier.
Ausgestattet war das Zimmer mit zwei großen Betten, TV, Telefon und einer
kleinen Sitzgelegenheit, welche unseren abendlichen Mahlzeiten diente. Ein zum
Zimmer gehörendes Bad verfügte über eine Badewanne mit Duschmöglichkeit und
einer separaten Waschgelegenheit mittels Waschbecken. Ferner verfügte das Hotel
über Sauna, Außenpool und einen kleinen Fitnessraum, was wir aber nicht
nutzten.
Weniger freundlich schien im ersten Augenblick die Aussicht aus dem Fenster,
denn auf der anderen Seite stand ein altes Fabrikgebäude, welches uns den Blick
auf die Skyline zu nehmen schien. Beim zweiten Hinsehen konnte zumindest Mario
sich an dieser Aussicht erwärmen, denn dieses alte Fabrikgebäude hatte mit
seinen auf die unverputzte Fassade gestrichenen Firmenlogo und der überall in
Chicago anzutreffenden Außenfeuerleiter den Flair, den man von Chicago
erwartete. Überdies konnte man hinter dem nicht allzu hohen Gebäude ein wenig
von der herrlichen Skyline genießen, unter anderem den Blick auf eines der höchsten
Häuser der Welt, dem Sears Tower (aber dazu später).
Wenn man bedenkt, dass uns das Doppelzimmer 152.00 DM für eine Übernachtung
kostet, waren unsere Erwartungen schon etwas höher, aber da alles sehr sauber
war, fühlten wir uns während unseres Aufenthaltes nicht unwohl.![]()
Erfreulich war, dass jeden Morgen Kaffee und eine Chicagoer Tageszeitung
unentgeltlich gereicht wurde.
Zunächst blieben unsere Koffer noch geschlossen. Nach einer kurzen Erfrischung
in Form einer Hand voll Wasser ins Face, stürzten wir uns ins Gewühl von
Chicago.
Unvermittelt kehrte die Berauschtheit ob der vielen Wolkenkratzer, aber auch der
vielen betagten Immobilien zurück, welche von den guten alten Zeiten zeugten,
in denen noch Al Capone die Luft verbleite.
Am faszinierendsten war die Hochbahn, eine Metro, die sich ihren Weg auf einem
alten, vergammelten und vor sich hinrostenden Viadukt durch die vielen Bürotempel
bahnte. Wen wundert's, der Fahrzeugpark war dem Viadukt angepasst und wirkte
genauso heruntergekommen.
Auf den viel befahrenen breiten Straßen befanden sich zahllose Möglichkeiten,
seine Ersparnisse restlos aufzubrauchen. Eine Nobelboutique neben der anderen.
In allen herrschte eine Preispolitik, die uns, übertrieben formuliert,
freundlich aber bestimmt als wenig erwünschtes Klientel auswies. Wenn dann doch
einmal ein Shop in unserer Preisklasse auftauchte, so war es "Walgreen´s",
ein Drugstore.
Sobald man aber eine der viel befahrenen Straßen verließ und eine Nebenstraße
für seine Erkundungen per pedes nutzte, wirkte Chicago unheimlich. Das liegt
zum einen an den kaum mit Werbetafeln versehenen und damit wenig beleuchteten Häusern,
auch wirken die hier stehenden Häuser abgewrackt, wohl dem unteren Klientel als
Mietskaserne dienend. Zum anderen sind es die Menschen, die hier verkehren. Größtenteils
Schwarze, die alles andere als finanziell abgesichert zu sein schienen.
Um es gleich vorweg zu nehmen, weder in Chicago, noch in San Francisco wurden
wir von irgendwen belästigt. Wir kamen auch nicht annähernd in eine brenzlige
Situation, obwohl wir im Laufe dieses Urlaubes, man wird es auf den folgenden
Seiten lesen können, so manch gruselige Gegend durchquerten und so manch fragwürdigen
Kontakt hatten.
Einen unserer ersten Eindrücke von Chicago wurden wir während unseres
Aufenthaltes jedoch nicht wieder los. Chicago ist eine unheimlich graue Stadt.
Im Stadtzentrum sind so gut wie gar keine Bäume, oder andere Pflanzen zu sehen.
Da auch die Häuser allgemein nicht die Farbenprächtigkeit aufweisen, wie wir
es von daheim gewohnt sind, wirkt Chicago kalt und trist, grau eben.
Auch waren so gut wie keine Kinderspielplätze auszumachen.
Im Laufe dieses Spazierganges tätigten wir ein paar Einkäufe, die jedoch
lediglich unserer Verpflegung dienten. Außerdem kehrten wir kurz bei Mc Donald´s
ein, eine schnelle und preiswerte Form des Abendessens.
Völlig übernächtigt überließen wir Chicago sich selbst und begaben uns
gegen 20.30 Uhr zur Nachtruhe. 20.30 Uhr scheint eine recht frühe Zeit für das
Bett zu sein, jedoch darf nicht vergessen werden, dass der Zeitunterschied zu
Deutschland 7 Stunden beträgt, es also daheim bereits 3.30 Uhr in der Frühe
war.
![]()
Nach fast 10 Stunden Träumen entstiegen wir gegen 7.20 Uhr dem Bett.
Geweckt wurden wir durch einen recht kräftigen Sturm, von dem wir überzeugt
waren,
einen solchen in dieser Heftigkeit noch nicht erlebt zu haben.
Nun gut, wir waren eben in Chicago und Chicago trägt den Beinamen THE WINDY
CITY, die windige Stadt. Und genau das sollten wir während unseres
Aufenthaltes noch häufig zu spüren bekommen.
Der Wetterbericht der Chicago Tribune offerierte für den heutigen Tag 17 Grad,
Regen ist möglich. Der morgige Tag soll mit vorhergesagten sonnigen 23 Grad
schon deutlich freundlicher werden.
Den heutigen Tag opferten wir ganz der Stadtbesichtigung. Der Sturm ließ zu
unserem Bedauern den ganzen Tag über nicht nach, sodass von den vorhergesagten
17 Grad wenig zu spüren waren.
Leider unterließen wir es, in unserem Gepäck eine warme Übergangsjacke
einzupacken. Wer soll denn aber auch ahnen, dass man im April in Mittelamerika
frieren muss.
Mit zwei dicken Pullovern und einer Windjacke bekleidet, gingen wir gegen 8.30
Uhr auf unseren Unternehmungen.
Unsere
Tour begann auf der Magnificent Mile mit seinen zahllos beeindruckenden
Gebäuden. Ein Muss auf der Besichtigungstour ist das Wrigley Building,
ein in cremefarben gehaltenes Gebäude aus dem Jahre 1919, dass zu den
schmucksten
der Stadt gehört und deren Bau von dem Kaugummikönig William
Wrigley in Auftrag gegeben wurde.
Der Turm, dessen Uhr in alle Himmelsrichtungen die Zeit verrät, ist eine freie
Nachbildung der Giralda von Sevilla. Im Laufe unserer Stadtbesichtigung betraten
wir, lediglich mit der Absicht des Aufwärmens, das Kaufhaus
"Bloomingdale", aber bei dem Anblick der Preisschilder wurde uns
sonderlich schnell warm ums Herz. Ein lumpiges, nichts sagendes Hemd z.B.
kostete die Kleinigkeit von 650.00 Dollar, ein einfaches Kostüm mit ein paar
Glitzersteinen dran kostete eben mal 2000.00 Dollar. Wir kauften 7... und
bummelten weiter.
Einen
guten Überblick verschaffen sollte uns das
John Hancock Center. Das
dritthöchste Gebäude Chicagos beherbergt in der 94. Etage ein Aussichtsdeck
und in der 95./96. Etage das höchste und auch preislich ähnlich gelagerte
Lokal der Stadt.
Unsere Erfahrung zeigte, dass man sich die 7$ Eintritt für das Aussichtsdeck
sparen kann.
Wer dennoch nicht auf die Aussicht verzichten möchte, der begebe sich über den
Haupteingang in das Gebäude und steuere den Lift in die 95./96. Etage an (nach
dem Betreten des Gebäudes rechts halten, letzter Korridor). Die 96. Etage ist
eine Art Galerie, von der man nicht nur den Gästen in der 95. Etage beim
dinieren zuschauen kann, sondern von der man auch einen großartigen Ausblick
auf Chicago und dem Lake Michigan genießen kann.
Im Water Tower Place erreicht der Konsumwirbel einen weiteren Höhepunkt.
Während das Gebäude von außen eher nüchtern gehalten ist, liegt im Innern über
den Aufgängen und Aufzügen der Zauber einer Glitzerwelt. Auf sieben Etagen
beherbergt dieser Konsumtempel Edelboutiquen von Eddie Bauer bis Laura Ashley.
Und wem das nicht reicht und wer es sich leisten kann, der schaut noch in die
Designerboutiquen in der Oak Street hinein.
Just im Water Tower Place kehrten wir zur Mittagszeit in ein Restaurant ein. Wir
wählten eine Backkartoffel mit einer Käsesauce, dazu ein halben Hähnchen,
serviert mit einem Brei aus Reis und Kartoffeln, extra Bohnen und ein Muffin.
Es ist schon faszinierend, wie es die Amerikaner immer wieder schaffen, selbst
rote mexikanische Bohnen so zu würzen, dass sie einfach nur süß schmecken.
Somit passten die Zutaten der Mahlzeiten irgendwie nicht zusammen, herzhaft
knuspriges Hähnchen mit süßen Bohnen und einen neutral schmeckenden Brei.
Na
ja.
Als nächste Attraktion posierte das Manhattan-Building vor unserer
Kamera. Mit seinen 16 Stockwerken ist es das älteste Hochhaus der Welt. Gebaut
wurde es 1890 von William Le Baron Jenney, dem Urgroßvater des
Wolkenkratzerbaus.
Am Lake Michigan gelegen, überwältigen einen gar nicht mal so sehr die Ausmaße
dieses Brunnens. Vielmehr ist es die atemberaubende Aussicht auf die Skyline von
Chicago.
Ein unbedingtes Muss am späten Nachmittag, wenn sich die Sonne hinterm Horizont
versteckt und die Wolkenkratzer in ein gleißendes Gelb taucht. Jeden Abend läuft
vor dem Hintergrund der Wolkenkratzerkulisse eine computergesteuerte und auf die
Wasserspiele abgestimmte, von Musik begleitete, farbenprächtige Lichtschau ab.
Begleitet werden die Lichtspiele von klassischer Musik, aber auch russische
Polka war zu vernehmen.
Entgegen allen Warnungen in den Reiseführern, öffentliche Parks bei Dunkelheit
zu meiden, sollte man sich diese Attraktion dennoch nicht entgehen lassen.
Der Brunnen ist währende den Wasserspielen eng umlagert von Touristen, er wird
zu dieser Zeit aber auch von der heimischen Bevölkerung gern besucht.
Reiseberichte & -links rund um den Globus